Vorzüge einer Großstadt

Nach einer erholsamen, wenn auch kurzen Zeit auf der Insel Kapas ging es mit dem Doppeldeckerbus ohne Probleme und mit WLAN (:D) nach Kuala Lumpur! Dort wurden wir herzlich in Empfang von Yong und seinem Sohn Lukas, der gerade zu Besuch war, genommen. Yong ist ein herzlich lebensfroher Mensch, der auch schon einige Radeltouren erlebt hat. Seine Frau wohnt in der Schweiz, sein Sohn auch seit einem Jahr. So bekamen wir köstliche Schokolade, aber viel viel wichtiger: einen super herzlichen Aufenthalt in seiner wunderschönen Wohnung, wo wir uns tatsächlich ein wenig wie zuhause fühlten. Danke Yong und Lukas!!


Yong brachte uns zu einem Fahrradladen, damit unsere Räder einmal durch gescheckt und gegebenenfalls repariert werden. Und das war ein Fahrradladen, den wir uns auch zuhause wünschen. 🙂 Super nette hilfsbereite Menschen, die unsere Räder sogar wie neu aussehen lassen und ein paar Erneuerungen nebenbei auch vornahmen, für kleines Geld. Falls ihr also mal einen super Radladen braucht, Meng Thai Basikal ist die Adresse!!! Und Pakete einpacken können sie auch super! 

Mit den neuen günstigen öffentlichen Verkehrsmitteln erkundeten wir ein paar Gegenden von Kuala Lumpur, kauften ein paar Souvenirs und Katharina neue Birkenstocks 🙂 Und nebenbei beobachteten wir hunderte von jungen Malaysiern, wie sie kreischend ihre koreanische Filmstars in Empfang nahmen. 


Als Dankeschön kochten wir am letzten Abend für unsere Gastgeber leckere Lasagne, Baguette und Nachtisch. Später lauschten wir Yong und seinen Freunden beim üben von Liedern für einen Geburtstag zu.


Und dann war es soweit, auf ins nächste Land, auf zu neuen Abenteuer!!! Aber erstmal hieß es entspannt und mit gaaanz viiiiel Zeit alles zu packen und vor allem mit ausreichend Puffer am Flughafen anzukommen. Dank unserem tollen Gastgeber und der Hilfe der Mitarbeiter des Radladens klappte alles wie am Schnürchen und nun wissen wir auch für die Zukunft, wie wir unsere Räder flugtechnisch am bestens verpacken, so dass es zu keinen Problemen kommt!:) 

Jetzt sind wir am Flughafen in Kuala Lumpur. Um 19:00 Uhr geht unser Flieger nach Dehli,Indien, von dort am nächsten Morgen weiter nach Srinagar(Kaschmir), Nordindien. Von da starten wir unsere Tour auf ins Himalaya!!! Und dann sind wir tatsächlich da, was wir zuhause schon als Reiseziel im Kopf hatten! Und vielleicht sogar im letzten Land unserer derzeitigen Reise. Aber das sehen wir dann 🙂 

Traumstrände, Schildkröten und Rekordetappen…

Nachdem wir nahezu alles in Singapur aus touristischer und lokaler Sicht betrachtet haben, haben wir unser vorübergehendes zu Hause wieder verlassen und uns auf gemacht ein neues Land zu erkunden – Malaysia!

Der Grenzübergang war mit Abstand der einfachste den wir bisher auf all unseren Reisen hatten. In der Motorrad Spur einordnen und einfach hinter allen her, ein 90 Tage Visum für lau bekommen und Zack sind wir in Malaysia. 

Wir gönnten uns erstmal einen guten und günstigen Kaffee nachdem die Preise in Singapur, verglichen zu unseren vorigen Ausgaben überteuert waren. Danach  fuhren wir im zickzack quer durch Johor Baru, um Daniel, einen Bekannten aus Singapur, in seinem Wochenendappartement zu besuchen. Wir genossen mal wieder einen luxuriösen Pool und sogar ein Whirlpool auf dem Dach,aber am Abend wollte Daniel unbedingt in eine Mall fahren und dort mit uns essen gehen. So landeten wir mit seiner Nachbarin in einem riesen Einkaufszentrum und erquickten uns über die zahlreichen Geschäfte wie Birkenstock, Esprit, Nike, etc die überall auf der Welt zu finden sind. Nach einem koreanischen Hotpot gings ins eigene Zimmer 🙂 Was wir wieder für ein Glück haben. Der nächste Tag wurde am Pool, im Fitnessstudio und zum Abend gemeinsam mit anderen Bekannten in einem chinesischen Lokal verbracht. 


Obwohl wir eigentlich weiterradeln wollten ließen wir uns von Daniel überreden und  fuhren gemeinsam mit ihm zum Desaru Strand an der Ostküste. Auf dem Weg kauften wir Jackfruit direkt von der Fruchtfarm und ließen es uns am Strand schmecken, ließen Drachen fliegen, kühlten uns im Meer ab und schmausten leckere Früchte. Danach lud uns Daniel auf ein Eis in einem fancy Resort und ein Abendessen in einer anderen Mall ein. Malaysia erscheint uns wie ein perfektes Reiseland zum entspannen. Und dann war es Zeit wirklich „Auf Wiedersehen“ zu sagen und wieder auf eigenen Beinen zu stehen, was im ersten Moment gar nicht so einfach war, selbst für den Weg verantwortlich zu sein 😉 

Aber die Strasse ruft und schnell kam das Glücksgefühl zurück, mit dem Rad den Weg zu bereisen und nach unserer Lust&Laune anzuhalten, Leckereien zu essen und die Momente zu genießen. Es warteten 140 km bis zu einer Hafenstadt (Mersing) auf uns, von der aus wir am nächsten Tag nach Pulau Tiomann übersetzen wollten. Anders als von vielen behauptet sind die Malaysier recht entspannte Autofahrer. Sie fahren zwar schnell aber auf Abstand und das aller schönste, sie hupen nicht andauernd. Die Hupe wird lediglich zur Ermunterung oder als Anfeuerung benutzt. Die Straße war wunderschön. Leicht hügelig da wir durch das Inland  fuhren, vorbei an unzähligen Palmöl Plantagen, um unseren Bedarf für Kosmetika und Süßigkeiten zu decken, bereits gerodeten Flächen, aber auch wunderschönen dichten Tropenwäldern aus denen uns stetig Affen begrüßten. Als der Himmel sich plötzlich verdunkelte realisierten wir wieso die Wälder so schön dicht und grün sind. Nicht nur die Sonne, sondern auch viel Wasser wird benötigt. So fuhren wir etwas durch den Regen bis es anfing so stark zu regnen, dass die Straßen für uns aufgrund von Aquaplaning nicht mehr sicher zu befahren waren und die Regentropfen auf der Haut schmerzten. Wir suchten Unterschlupf am Straßenrand in einer provisorischen Arbeiter Hütte (aufgespannte Plane). Nach einem erneuten Versuch hielten wir aufgrund der zu extremen und beängstigenden Blitze und der den ganzen Körper durchschuettelnden Donner neben einer Palmöl Fabrik an. Super interessant wie das Rohmaterial von Palmöl aussieht. Besonders haben uns die Stopps an einigen Restaurants gefallen um die neuen Speisen und Getränke zu erschmecken. Angebratender Reis mit etwas Gemüse, ein Roti (Mehlfladen) und einen leckeren Tee mit Kondensmilch. Ein vielfältiger Radtag 🙂 Da wir mal wieder später als geplant losgekommen sind, fuhren wir in die Dunkelheit hinein. 

Ab Mersing machten wir uns mit Sack und Pack und natürlich unseren Drahteseln auf den Weg auf die Insel Tiomann. Dort angekommen genossen wir es mal wieder unsere Räder dabei zu haben. Zwar gab es nur kleine Wege aber für Räder gut zu befahren. Wir fanden eine Unterkunft wo wir unser Zelt für einen winzigen Obolus aufstellen konnten und genossen die nächsten Tage unseren Hängematten Platz direkt am Strand. Wir verbrachten die Zeit mit zahlreichen Schnorchel Einheiten, bei der wir einige kleine Rochen und auch einen beängstigend großen gesehen haben. Nach langer Suche fanden wir endlich die langersehnte Suppenschildkröte, die sich beim Grasen nicht stören ließ und dann sich in voller Pracht vor uns präsentierte. Auch beim tauchen sahen wir eine Schildkröte und sogar 2 Haie 🙂  Bei einer Dschungel Durchquerung, um die Ostseite der Insel zu erkunden trafen wir auf viele Affen, Warane und einem Skorpion, der uns einen ordentlichen Schrecken eingejagt hat. Glücklicherweise schleppen wir seit 5 Monaten unsere dicken Wander boots mit uns herum und konnten sie dort gut gebrauchen. Die Ostküste war auch wunderschön aber uns gefiel eher unsere entspannte Oase auf der Westseite. Auf der Insel legen viele Schildkröten ihre Eier ab und deshalb besuchten wir eine Hilfsorganisation, die den Schildkröten bei der Eiablage hilft bzw die Eier noch einmal ausgräbt, um sie sicher wieder einzugraben. Es ist verblüffend wie lange Schildkröten schon existieren und wie schnell wir Menschen durch unser Einwirken eine Spezies, die es Millionen von Jahren gibt, innerhalb kürzester Zeit fast ausrotten können. Abgesehen von den direkten Einwirkungen, wie dem Fang, das Zerstören der Küsten (ihrer Nestablage) oder dem Behindern beim Eier ablegen, sterben unzählige Schildkröten an dem Plastikmüll in den Meeren. Ihre Hauptnahrungsquelle ist die Qualle, die der herumtreibenden Plastiktüte ähnelt. Schlussendlich stirbt sie, weil sie zu viel Plastik im Magen hat, der nie verdaut werden kann. Soll nicht heißen das Plastik an sich schlecht ist, es hat viele tolle Eigenschaften, dennoch sollte es nicht im Meer landen und das geschieht nur weil zu viel produziert wird, da wir uns keine Gedanken über den „Konsum“ von Plastik machen. Hipster-jutebeutel hin oder her, besser als eine billige Plastiktüte. Aber jetzt reicht es erstmal mit dem Öko-Zeigefinger 🙂
Die Insel tat uns richtig gut um abzuschalten und etwas Ruhe zu tanken. 


Zurück am Festland warteten einige lange Radtage auf uns. Es war echt schön mal mehr Kilometer zu radeln und das sogar auf ebener Fläche, im Gegensatz zu den zahlreichen ueberradelten Gebirgen. Auf den Etappen gab es leckere und günstige Restaurants mit super freundlichen Menschen, mit denen man in den Pausen plauschen konnte. Nicht zu vergessen die köstlich frischen Mango-, Wassermelonen- und Zuckerrohrsäfte, die unsere Pausen versüßten. Oder die wir in unserer heiß geliebten Thermosflasche aus Laos kühlten, anders als in den tibetischen Höhen, wo wir heißen Ingwertee transportierten. Sonst bot die Strasse uns viele Einblicke in die Wirtschaft Malaysias…Palmöl, Garnelen und Kfz Werkstätten 🙂 da es viel zu heiß zum zelten war (am Strand gibt es wenigstens Wind) schliefen wir in den wenig vorhandenen und folglich für uns etwas teureren Unterkünften (<15 €) die uns aber nach den langen Tagen bei fast 40 Grad gut taten. 

Unterwegs erfuhren wir von einer weiteren kleinen Insel nahe dem Festland und entschieden uns, bevor es wieder in die Berge des Himalayas geht, etwas Sonne, Strand und Ruhe zu tanken. So sind wir nun auf Kapas Island und schwitzen am Strand im Schatten bei einer leichten Briese. Leider ist das Meer „verquallt“ und das Planschen ist somit gerade nicht möglich. Kapas Island ist echt entspannt. Wir haben die Räder am Festland gelassen da es hier keine Autos oder Straßen gibt. Lediglich einige Hotels, Campingplätze und natürlich Restaurants. Da unsere Nahrungsmittelvorraete und unser Benzintank noch voll sind, haben wir am Strand unser Abendessen (kokusgemuese mit Nudeln und frischen scampis) gekocht und gerade unsere Frühstückfladen mit Rosinen und Sesam 🙂 

Wiedersehen und Gastfreundschaft

Ein sehr entwickeltes, teures und mit Wolkenkratzern voll gepflastertes winziges Land, indem die Straßen blitzeblank sind und keiner irgendetwas verbotenes machen kann, da die Strafen zu hoch sind. So die Vorstellung. 

Angekommen am Flughafen nach einer sehr kurzen Nacht im Flieger präparierten wir unsere Drahtesel und machten uns ohne auf die Vorwarnungen von einer Bekannten zu achten auf die Straßen vom Flughafen in die City. Die ersten 3 km waren super, gute Straßen, zwar viel Verkehr aber OK. Auf einmal sehen wir das Autobahnschild und entschieden kurzer Hand von der Strasse abzufahren, da wir bedenken wegen der hohen Strafen hatten und das Fahren auf der Autobahn strengstens verboten ist. Da es kein Weg zurück und kein Weg nach vorn gab, mussten wir wohl oder übel zu der Polizestation in der nächsten und einzigen Seitenstraße. Dort wurden wir erstaunt und erquickt von zwei jungen Beamten empfangen. Wir erzählten ihnen von unsere frühmorgendlichen Radeltour und von ihnen kam nur ein….“da habt ihr aber Glück gehabt das ihr überhaupt soweit gekommen seit und nicht schon von unseren Kollegen aufgehalten wurdet.“ Sie sagten uns, dass die Strafe hoch und die Räder vorerst beschlagnahmt worden wären, hätte uns eine der angeblich vielen Streifen auf der Flughafenstrasse erwischt. Naja letztlich wurde uns nahegelegt nicht weiter oder zurück zufahren, da sie uns sonst verhaften müssten. Den Bus kann man wohl auch nicht mit normalen Rädern nutzen und ein Taxi ist zu klein….Fazit: Wir sind bei der Polizei gefangen ohne verhaftet worden zu sein 😉 kein raus kommen 😦

Der Polizist rief einen Bekannten von uns an (Onkel Raymond) und erläuterte ihm unsere Situation und legte ihm nahe, einen Van zu organisieren um uns abzuholen. Nach kurzer Zeit saßen wir in einem klimatisierten Auto von Daniel und Raymond fuhr im Van mit den Rädern in die Innenstadt. Mal wieder alles gut gegangen. Wir brachten alles in unsere Wohnung für die nächsten anderthalb Wochen, die uns von Jeans Schwester bereitgestellt wurde, da sie in Australien wohnt und gingen mit knurrenden  Mägen zum ersten Hawker center. Man kann sich so eine ueberdachte Fressmeile so vorstellen wie die Ansammlung von Essenständen in Shopping malls in Deutschland. Die Preise der Mahlzeiten sind spektakulär günstig für Singapur und Deutschland und sind aufgrund der Vielfalt (chinesisch, indisch, malay, …) fanatisch, da jeder etwas für sich findet. 
In der Mühle der Gastfreundschaft angekommen wurden wir oft per Rad (es gibt super ausgebaute Park-connector) oder auch per Metro, Bus oder in den Privatautos durch ganz Singapur gebracht und konnten so unzählige wunderschöne Stellen erkunden. Neben einigen Touristenattraktionen, haben wir per Rad viele Bekannte besucht, die wir in Laos bei der Dchulrenovierung kennengelernt haben und haben so erleben können, wie die Singapurianer leben. Ob im großen Haus, kleiner Wohnung oder luxuriöser Wohnung, wo wir den Pool und das Dampfbad genossen haben, alles war dabei. Und das beste immer waren Hawker center auf dem Weg 🙂

Unsere Freunde aus Laos haben sich sehr liebevoll und toll um uns gekümmert, dass die Zeit so schnell vorüber ging ohne das man es mitbekommen hat. Wir haben unsere Vorstellungen, die von anderen Reisenden geprägt waren, schnell über den Haufen geworfen und haben mal wieder gesehen, dass man sich ein eigenes Bild machen sollte. Singapur hat super saubere und fancy Regionen mit Wolkenkratzern und unbezahlbarem Essen aber genauso einfache Wohnsiedlungen, die etwas schmuddelig aussehen. Singapur ist sehr dicht bebaut, aber genauso wurde darauf geachtet, dass es viele Grünflächen gibt und diese sind zum Teil atemberaubend, da sie geschützt wurden und das Singapur von früher darstellen  Dichte Tropen Wälder 5 Minuten von der Innenstadt entfernt, wo gibt es das sonst noch? Ein Beispiel für einen Kontrast von kontrollierter Entwicklung sind die Inseln Sentosa und Palau Ubin. Sentosa als riesen Vergnügungsparkinsel mit Wasserparks, Golfplätzen und Resorts gegenüber Palau Ubin, einer Insel wie Singapur vor einigen Jahrzehnten, dicht bewaldet und als Haupteinnahmequelle die Fischerei. Verrückt und faszinierend. Wir hatten es nicht gedacht, aber es hat sich total gelohnt Zeit in Singapur zu verbringen. 


Danke an unsere tollen Gastgeber, die uns die Zeit mit tollen Erlebnissen gefüllt und daraus schöne Erfahrungen gemacht haben.
An unserem letzten Abend haben wir uns auf unsere Weise bedankt und mit für uns typischen selbstgemachten Speisen wie Kartoffel-, Nudelsalat, Brot , Guacamole, Rosinenbrötchen aus der Grundschulzeit und Kräuterbutter. Auch wurden super leckere Spezialitäten mitgebracht.  Wir hatten alle einen schönen Abend und waren erstaunt das so viele nette Menschen Zeit fanden, um einen tollen gemeinsamen Abend zu verbringen. 
DANKE !!!

Wieso kommen unsere Berichte so unregelmäßig???

… Wie ihr mitbekommt, dauert es immer etwas bis ihr unsere Reiseberichte lesen könnt. Das scheint wohl normal zu sein im Leben von Radreisenden haben wir gehört 😉 Unser Radtag startet mit dem Wecker gegen 8 Uhr, dann dauert es ne Weile bis wir aufstehen, noch irgendwo was frühstücken und gegen 10 Uhr sind wir dann am Radeln 🙂 Meist so bis kurz bevor es dunkel wird, manchmal auch länger. Und wenn wir dann mal angekommen sind, müssen wir erstmal duschen und Abendessen 🙂 Und dann ist es auch schon wieder Zeit zum schlafen. An unseren Pausentagen wollen wir oft einfach nur rumliegen oder anderweitig aktiv werden (tauchen, wandern, klettern, und und und) und an erstmal andere Dinge denken anstatt alles Erlebte aufzuschreiben und im dunklen kämmerlein auf die Tastatur (bzw das handy) zu hämmern… Und schließlich möchten wir euch ja an vielen unserer Erfahrungen teilhaben lassen und es nicht einfach nur plump niederschreiben 🙂 

Laotisches Touristenprogramm und das China-Visum

Zurück in Luang Prabang ging es am nächsten Morgen direkt zum Konsulat. Diesmal mit geliehenen Rädern, wo wir uns gleich unsere Vertrauten zurück wünschten – Hach Ursl und Udolf… Beim Konsulat war schon eine lange Schlange, das müsste Gutes verheißen. Wir fragten ein Pärchen, auch Deutsche, und sie sagten, dass ein Visa für China wieder möglich sei, allerdings mit einigen bürokratischen Erledigungen, wie wir aus dem Internet auch schon wussten. So lernten wir Kurt&Magret kennen. Ein deutsch-burmesisches Paar, die vor Lebensfreude nur so sprudelten. Was wir da noch nicht wussten – dass wir mit ihnen auf unserer Reise durch Zufall noch einige lustig schöne Momente verbringen sollten. Als wir beim Konsulat an der Reihe waren konnten wir einige Unterlagen schon einreichen, allerdings fehlte genug Geld auf dem Konto. Also schnell zurück ins Internetcafé, denn alles war getimt. Um das Visum am Donnerstag zu bekommen mussten alle Unterlagen am Montag eingereicht werden. Denn am Freitag lief unser Laos-Visum aus und da mussten wir über der Grenze sein. Aber wir waren schon mal positiv gestimmt, dass es überhaupt wieder möglich war das Visum zu beantragen. Die Zeit bis Donnerstag verbrachten wir mit den Dingen, die wir uns schon seit dem ersten Luang Prabang Besuch vorgenommen haben. Katharina machte einen Färbekurs, bei dem die Farben aus Naturmaterialien hergestellt wurden (z.B. Zitronengras=gelb, Blütenblätter=orange, bestimmte Baumblätter=blau), gemeinsam schrieben wir am Blog weiter, aßen lecker Pizza, lernten neue Leute kennen, nähten eine Kuscheldecke um, ließen uns massieren, machten einen Kochkurs und fuhren Vormittags zum Konsulat, um den Beleg für die Visakostenüberweisung abzugeben. Ihr merkt, das Chinavisum erfordert einiges an Zeit und Nerven 😉 Und dann war Donnerstag: voller Aufregung fuhren wir zum Konsulat, es war nichts los.. Die Frau kannte uns schon, ging zum Schrank, holte unsere Pässe raus und sagte nichts… Wir blätterten durch unsere Reisepässe und da fanden wir es – 30 Tage China-Visum, Halleluja!!!:):) Wir freuten uns riesig und konnten es aber auch nicht so richtig fassen. Jetzt hieß es erstmal zur Grenze kommen bzw.erstmal einen Bus bekommen, der uns die 8h in den Norden zu unseren Rädern brachte. Doch auch das lief nicht ganz reibungslos. Der Bus hatte ein paar Stunden nach der Abfahrt die erste(nachts mitten im nirgendwo), dann die zweite Panne. Nach langem Warten, bei dem wir einen Laoten beobachteten wie er Käfer zum Beischlafen brachte, kam ein neuer Bus. Morgens in der Früh kamen wir endlich in Luang Namtha an und natürlich fing es so richtig an zu schütten – die Regenzeit hatte eben begonnen. Bei der Unterkunft packten wir schnell unser Gepäck auf die Räder und kratzten unsere letzten laotischen Kip zusammen, um doch ein paar Kilometer einen Pick-Up zu nehmen, der uns die Berge samt Fahrrad hochbrachte. So konnten wir entspannt die letzten 60km zur Grenze radeln, der Regen hörte auf, wir schafften kurz vor dem Grenzübergang unsere 2000km Marke und sahen schon, wie China an der Grenze zu Laos sich breit machte mit Fabriken etc. 

Und dann sind wir tatsächlich an der Grenze angekommen!!!:) 

Von Bergen, Huckelpisten, Nebellandschaften und Sonnenstrahlen…

Nach unserem visabezüglich semi-erfolgreichen aber kulinarisch sehr genüsslichem Aufenthalt in Luang Prabang führte uns der Weg nun weiter Richtung Norden Laos. Wir wollten die Hauptstraße und direkten Wege vermeiden und entschieden uns blauäugig für eine Route, die auf unserer Karte als „very steep road“ markiert war. Doch die ersten 100km waren sehr schön, gute Asphaltstraße und vor allem wenig Verkehr. Auf dem Weg begegneten uns die ersten Handwerksdörfer, in denen vor jedem Haus ein Webstuhl stand und wir somit beobachten konnten, wie die wunderschönen Stoffe hergestellt werden, die vor allem die Frauen als Röcke tragen. Bei einigen Erfrischungspausen schauten wir uns die webkunst grnauer an. 

 Am Abend versuchten wir wieder unser Glück, in einem Dorf unser Zelt aufzuschlagen. Allerdings ohne Erfolg und wir wurden in ein Gästehaus verwiesen, welches nicht auf unserer Karte eingezeichnet war, es aber tatsächlich gab. Und es war sogar eine sehr schöne Unterkunft, bei dem ein paar Männer in der Dämmerung Boule spielten, ein bekanntes französisches Spiel, was wahrscheinlich von der Kolonialzeit übrig geblieben ist. Wir genossen am Abend die laotische Gastfreundschaft, wurden zu Bier mit Eiswürfel und ein paar Speisen eingeladen und verständigten uns mal wieder mit Händen und Füßen oder antworteten einfach auf deutsch. 

Am nächsten Tag forderte uns die tatsächlich eingetroffene „very steep road“ ganz schön heraus. Lukas verfluchte einmal wieder seine rutschigen Sandalen, Katharina war wieder einmal froh über ihre super Birkenstocks:) Zum Glück kamen uns ein paar Motorrad Fahrer entgegen, die uns nach mehrmaligen nachfragen mit Wasser versorgten, allerdings uns mit ihren Beschreibung, wie weit die nächsten Dörfer entfernt waren, nicht wirklich weitet halfen. Für sie ist eine Strecke von 10km bergab natürlich viiiiel kürzer als für uns das gleiche bergauf auf Schotterstraße. Nachdem wir den schlimmsten part auf unwegsamer zu steiler „Straße“ überstanden hatten waren unsere Wasservorräte nahezu aufgebraucht  Zu unserem Glück kam noch ein Gewitter auf, aber wir fanden Unterschlupf in einer der vielen Feldhütten.

Und tataaa kurze Zeit später hatten wir die Sonne auf unserer Seite und es ging entspannt über Holperpiste den Berg hinunter. Der Tag neigte sich dem Ende also versuchten wir wieder unser Glück in einem Dorf unser Nachtlager aufschlagen zu dürfen. Und erstaunlicherweise klappte es diesmal auf Anhieb! Beobachtet von zahlreichen kleinen und großen DorfbewohnerInnen-Augen bauten wir unser Zelt unter einem Dach auf, kochten und aßen, immer noch beäugt und gingen dann ohne weiteren Beobachtungen ins Zelt.

Unser Frühstück am nächsten Morgen fand wieder unter zahlreichen Schaulustigen statt, bis sich nach und nach alle in Richtung Schule, Feld oder weiteren Aktivitäten aufmachten. Nur ein kleiner neugieriger nicht schulpflichtiger Junge und zwei interessierte geistig behinderte Mädels leisteten uns Gemeinschaft. Für uns ging es nun auch weiter Richtung Teerstraße – was für eine Wohltat das war!!

Die nächsten Tage führten uns bergauf-bergab durch wunderschöne grüne Nord-Laotische Landschaften. Ein Highlight für uns war während dieser Strecke der Kontakt zu laotischen Straßenarbeitern: Wir begannen ohne ein richtiges Frühstück eine Bergetappe (wir bekamen keinen Sticky Rice, Klebreis, von verschiedenen Restaurants verkauft, da sie diesen für ihre Kinder, die bald aus der Schule kamen, brauchten) und wurden schnell hungrig. Wir machten  eine Pause unter einem Baum und wurden prompt von einigen Bauarbeitern, die nebenan ihre Pausenzelte aufgeschlagen hatten, zum Mittagessen eingeladen. Es war so köstlich und tat so gut. Das ist das schöne an vielen Erlebnissen – egal wie negativ sie beginnen, sie entwicklen sich meist zu den schönsten Begegnungen, die wir nicht so schnell vergessen werden 🙂 

Gestärkt ging es für uns den Berg weiter rauf, wieder begleitet von grünen Berglandschaften, die wir noch kilometerweit sehen konnten. Unsere Reise ging immer weiter Richtung Norden und wir stiegen auch mal auf ein kleines Boot um, wodurch wir die Karstlandschaften vom Wasser aus viel besser bewundern konnten. Dadurch entstand eine weitere Urlaubsreise-Idee – nämlich mit einem Packraft den sogenannten Nam Ou-Fluss abwärts zu fahren – irgendwann mal 🙂 

Da Laos neben dem Mekong noch viele weitere befahrbare Flüsse zu bieten hat, wollten wir, nach ein paar Tagen Pause in einem kleinen Dorf am Fluss, diese Möglichkeit noch einmal gerne nutzen. Da uns allerdings verschiedene Auskünfte für unsere Weiterfahrt mitgeteilt wurden, der bus nicht wirklich fuhr und wir nicht mehr allzu viel Zeit hatten, bis wir zurück nach Luang Prabang für das China-Visa mussten, entschieden wir uns kurzer Hand doch auf unser vertrautes Fortbewegungsmittel zurück zu steigen und strampelten los. Hach, das war ein so befreiendes und schönes Gefühl einfach mit unseren Rädern loszufahren und sich keine Gedanken über Anschlussmöglichkeiten von A nach B zu machen. Außerdem wussten wir das Laura und Toby, unsere neuen Freunde mit ihrem Landrover, auch auf dem Weg Richtung Laos nördlichster Stadt Phongsaly sind. Vielleicht würden wir sie auf dem Weg treffen und müssten somit, aus Zeit- und Anstregungsgründen, da die Strecke nur beeeeergaaaaauf ging, nicht mit dem Bus fahren, sondern unsere Räder aufs Dach packen.  Unsicher, ob wir sie treffen würden und just in dem Moment, als wir an der Kreuzung ankamen, ein Bus nach Phongsaly fuhr, nahmen wir diesen und machten uns auf in den hohen Norden 😉 Es wurde kälter und kälter und regnerischer und nebliger. Dieses Wetter waren wir einfach nicht mehr gewohnt. Und da wir einige unserer Klamotten in einer Unterkunft in Luang Prabang ließen, zogen wir alle Lagen an die wir hatten und erkundeten am nächsten Tag das Städtchen, welches durch seine Nähe zur chinesischen Grenze anders aussah als die sonstigen laotischen Städte. Doch wir sahen nicht viel, denn es war total nebelig und usselig und schäbbiges Wetter. Naja…. Allerdings erreichte uns eine Art Sonnenstrahl, da in einem Restaurant plötzlich Laura und Toby saßen, die am Morgen, nach einer nebeligen Fahrt, angekommen sind. Sie erzählten uns, dass sie am Vortag hinter jeder Kurve gehofft hatten uns zu sehen, aber nachdem sich die Wetterlage von Sonne zu Regen veränderte, sie sich sicher waren, dass wir schon einen Bus genommen hatten. Glücklich über die Gemeinschaft erkundeten wir das Städtchen, das eine kleine schnuckelige Kopfsteinplaster geschmückte Altstadt hatte und deren lampion geschmückte Häuser uns Vorfreude auf China machten (sollten wir ein Visum bekommen). Phongsaly ist allerdings bekannter für seine über 400 Jahre alte Teeregion. Das mussten wir uns natürlich anschauen und genossen es sehr im Landrover durch die nebelige Straße an Tee-büschen und -bäumen langzufahren. Das Wetter erzeugte eine mystische Stimmung und so freuten wir uns, spontan bei einer alten dame den grünen Tee zu probieren. Natürlich kauften wir auch ein bisschen von dem besonderen alten Tee ein. Wenn ihr auch mal diesen Tee probieren wollt, dann fragt in einem „Tee-Gschwender“ Laden nach 😉 Ein Freund von Katharinas Schwester hatte uns ein Foto geschickt, welches sie wiederrum von einem Freund bekam, dem ein Laden gehört. Selbstverständlich kostet der Tee dort allerdings viel viel mehr als in seinem Ursprungsland 🙂 

Nach ein paar schönen, aber kühlen Tagen fuhren wir gemeinsam im Landrover, Ursl und Udolf auf dem Dach, die Berge runter ins wieder wärmende Tiefland. Laura und Toby nahmen uns mit bis zu einer Unterkunft, in der sie ein paar Tage entspannten, bevor es für sie nach China ging. Die Unterkunft lag ca.50km von der chinesischen Grenze entfernt, was für uns von Vorteil war, da wir innerhalb eines Tages über die Grenze kommen könnten, sollten wir ein Visum bekommen. Für uns ging es mit dem Bus zurück nach Luang Prabang, die Räder ließen wir in der Obhut der Unterkunft – glücklicherweise =)