Nachtrag: China – unerwartetes Highlight unserer Reise

Wir sind in China angekommen. Der Grenzübergang war noch ein wenig aufregend, da Lukas von dem Beamten ganz schön in die Mangel genommen wurde. Als Katharina dann an der Reihe war, sagte der Beamte eigentlich nur noch „you have a handsome guy“. Wo er recht hat, hat er recht :). Und dann waren wir in China. Und zack, wir waren in einer anderen Welt. Die Strecke zur Grenze auf laotischer Seite war staubig und es wurde viel gearbeitet – Werk der Chinesen. Es schien als ob die Chinesen auf der laotischen Seite ziemlich viel aus- und abbauen wollen und in ihrem eigenen Land alles schön und ordentlich sein muss. So zumindest am Grenzübergang Boten-Mengla. Auf der chinesischen Seite war alles schick, ausgebaut und vor allem SUPER Straßen! Die Nebenstraße war von der Qualität her wie die Hauptstraßen in Laos. Wir genossen die Fahrt sehr! Die erste Nacht in China verbrachten wir in einem gemütlichen Hotelzimmer und waren erstaunt über das leckere “ einfache “ Essen. Wir zeigten einfach auf Gemüse im riiiiesen Kühlschrank und bekamen ausgewählte Kombinationen an leckeren kleinen Gerichten mit Reis. Zum Glück waren wir nun Profis des Stäbchen-Essen. Und dazu gabs leckeren Tee! Unsere Vorurteile warfen wir mal wieder über Bord – die dortigen Chinesen aßen ohne großes schmatzen oder rotzen auf den Boden. Und sie waren sehr hilfsbereit und die Verständigung klappte dank google-Übersetzer bestens!

Unsere Tour ging weiter über die super ausgebaute Straße vorbei am Mekong-Fluss und alles war richtig schön anzuschauen. Die grünen Bergwälder, der reißende Fluss, die freundlichen Menschen, die schönen chinesischen Bauten, überall Talismane in unterschiedlichen Größen und wir mittendrin:) Kurz vor der größten Stadt der Region radelten wir nochmal auf einer unserer staubigsten und nervenkostenden Straßen, die sowas von schmuddelig und „under constration“ war, es machte einfach keinen Spaß. Dafür wurden wir bei Einfahrt nach Jinghong mit einer super ausgebauten, hell beleuchteten leeren vierspurigen Asphaltautobahn belohnt. Und dann waren wir in einer Großstadt Chinas angekommen – wow! Hochhäuser gab es einige, Verkehr auch. Aber es war ganz angenehm sich durch den Verkehr zu klamüsern und trotz Großstadt war es irgendwie entspannend. Lukas zockte ein paar Runden Basketball mit ner Gruppe Jungs, und das nach 96km Radfahren… 😉 Eine uns vorgeschlagene Unterkunft stellte sich als geschlossene Bruchbude heraus. Wir fanden aber eine Gruppe Bauchtänzerinnen  mit ihrem Tanzlehrer, die für uns netterweise ihre Tanzstunde unterbrachen und mit uns andere preisgünstige Hotels auskundschafteten. Witziger Abend, Bauchtänzer in China, warum auch nicht?!

Den nächsten Morgen organisierten wir uns ein Busticket ins ca. 700 km entfernte nördlich gelegene Dali und erkundeten bis Abfahrt am Abend die Großstadt. Katharina genoss das bummeln durch Bekleidungsgeschäfte und Lukas die dort herrschenden kühlen Temperaturen. Schließlich landeten wir in einem Handyladen und kauften, nach vielen Recherchen, ein neues Handy für Katharina. War gar nicht so einfach, da es ja auch in Deutschland funktionieren soll und günstig war schon lange nicht. Wir alle kennen ja „made in China“, aber wenn wir Qualität wollen müssen wir an den richtigen Stellen suchen und dort kostet es nahezu genauso viel wie zuhause.

Glücklich und zufrieden saßen wir mal wieder in einem Bus, der auch Doppelbett-Schlafsitze hatte, doch um einiges bequemer war als der Vietnam-Laos-Bus. Wir waren gespannt, was uns auf unserer Reise durch den Süd-Westen-Chinas erwarten wird. Aber erstmal eine 18h  Fahrt nach Dali 🙂

Diese ging mit Schlafen, Serien gucken, neues Handy ausprobieren, Landschaft bestaunen, auf „dumm stellen“ als der Busfahrer extra Geld für unsere Räder haben wollte und Polizeikontrollen schneller um, und so kamen wir mehr oder weniger gut erholt am nächsten Morgen im recht kühlen und auch nieseligen Dali an. Diese Stadt liegt auf ca. 2000 Meter und es war auf einmal ein großer Unterschied zu unseren bisherigen heißen schwülen sonnenreichen Tagen in Süd-Ost-Asien. Da wir nicht in der modernen „Neu-Stadt“ bleiben wollen, sondern Dalis Hauptschönheit die Altstadt ist, radelten wir vorbei an schönen typisch chinesischen verzierten Häusern, perfekt aussehenden Ackerfeldern und begrüßten die entgegenkommenden Menschen mit „Nihao“. Wir fühlten uns pudelwohl und glücklich.

In Dalis Altstadt angekommen fielen uns zunächst die viiiiielen schicken chinesischen Touristen und das Kopfsteinpflaster auf. Unser erster Stopp war ein Gästehaus in dem wir uns mit Sara aus Dänemark trafen. Sara, Anfang 30, ist seit ca.2 Jahren mit ihrem Fahrrad von Dänemark nach Asien unterwegs, mit zwischenzeitlichem Heimatbesuch. Jetzt ist sie sozusagen auf dem „Heimweg“. Wir kennen uns über die bereits einmal erwähnte Whatsapp-Fahrradgruppe. Da sie ungefähr in die gleiche Richtung wie wir wollte, hat sie noch ein paar Tage auf uns gewartet, sodass wir gemeinsam weiter radeln können. Zusammen trafen wir uns mit unserem „Warmshower“-Gastgeber „Heimat“. Warmshower ist eine internationale Internetplattform für Fahrradfahrer, bei der Privatpersonen Radlern eine `warme Dusche` und Übernachtung anbieten. Und Heimat nennt sich “ Heimat „, da er vor Jahren mal einen Deutschkurs besuchte und den Namen und den Sinn so schön fand 🙂 Die meisten Chinesen haben sich, neben ihrem Namen im Pass, selber einen weiteren westlichen Namen gegeben, gut für uns 😉 Heimat ist ein immer strahlender, herzensguter junger Mann, der seine siamesischen Katzen und die chinesische Interneteinkaufsplattform “ Taobao“ liebt – und am liebsten alle Fahrradfahrer für umsonst in dem Hostel, in dem er arbeitete, unterbringen würde. Uns brachte er bei einer befreundeten Familie außerhalb der Altstadt unter, nahe des berühmten Sees Erhai. (Kleiner Exkurs: Ein Minister, der dort Urlaub machte bemerkte, dass der See aufgrund der zahlreichen Zuflüsse aus der Landwirtschaft und des Tourismus an Attraktivität verloren hat und somit drohte umzukippen. Kurzerhand beschloss dieser über Nacht einfach mal alle Gästehauser und weitere touristische Einnahmequellen  von heute auf morgen bis zu drei Jahre zu schließen und die florierende Landwirtschaft, sowie Viehwirtschaft zu beschränken. Grundsätzlich ein guter Ansatz um den See zu „retten“, dennoch für die Vielzahl an jungen Menschen, die ihre Existenz auf den Tourismus aufbauen verheerend. Wir haben unzählige Jugendliche und junge Familien gesehen, die all ihr Geld in ein eigenes Hotel gesteckt haben und nun keine Touristen beherbergen dürfen. Es zeigt sich mal wieder das jegliche Extrema nicht gut sein können.) Wir hatten Glück und konnten unsere Zelte auf der tollen Dachterrasse mit super Ausblick auf Berge und See aufschlagen. Und bekamen dadurch auch Einblick in das Leben einer Familie 🙂 Toll! Die weiteren Tage verbrachten wir mit gegenseitigen Kennenlernen, Dali erkunden, Streckenplanung und die schönen anders aussehenden Häuser, Gärten und Menschen zu betrachten. Katharina kränkelte ein wenig.

Als alle wieder fit waren radelten wir auf Richtung Norden, gen Himalaya. Es ging vorbei an unzähligen Steinmetzen, geschwungenen Dächern, freundlichen Menschen, wenig Verkehr, guten Straßen, toller Natur und leckeren Nudelsuppen. Zum Glück machten wir, von Heimat empfohlen, einen Abstecher ins kleine schnuckelige Dörfchen Shaxi, dass früher berühmt war durch seine Handelsstrecke. Auf dem Weg lernten wir ein junges chinesisches Paar kennen, die einfach mal mit geliehenen Ein-Gang Räder von Dali ins 150km entfernte Shaxi unterwegs waren. Wir bewunderten sie echt, dass sie diese holprige Bergstrecke ohne murren meisterten und die meiste Zeit ihr Rad schieben mussten. Dafür versorgten wir sie am Abend, es war zu dunkel um noch die 30km bergab in die Stadt zu fahren, mit stärkendem Abendessen und warmer Kleidung:)

Am nächsten Tag genossen wir die wieder sich verändernde Landschaft, die uns an einen duftenden Wald im Sommer Frankreichs erinnerte. In Shaxi angekommen traf uns der Schlag, aber im positiven Sinne 🙂 Am kopfsteingeplasterten Eingang von Shaxi stand auf einmal Kurt Rentge mit seiner Margrit 🙂 Das deutsche Ehepaar, welches wir in der chinesischen Botschaft in Luang Prabang kennen gelernt haben 🙂 Was ein schönes Wiedersehen, was wir beide kaum glaubten konnten. Wir genossen ein paar Tage in der wirklich kleinen schnuckeligen Stadt, trafen uns zum Abendessen mit Kurt & Margrit und genossen unsere idyllische Unterkunft. Wir hörten von einem Café, welches auch Klettertouren anbietet. Wir packten unsere Kletterkünste aus und kletterten an chinesischem Felsen mit toller Kulisse. Leider waren unsere auf Anhieb sympathischen Kletterführer, die wir um 13 Uhr aus dem Bett klingelten, nicht auf westliche Schuhgrößen ausgerichtet, sodass Lukas Kletterschuhe in Größe 38 tragen musste anstatt 44 :P.

Auf Empfehlung der hippen Kletterlehrer radelten wir weiter Richtung Norden, nach Shigu. Dort soll die Landschaft von Kalksteinfelsen gesäumt sein und auch ein tolles Klettergebiet sein. Da es sowieso auf dem Weg lag, machten wir dort für ein paar Tage Halt und erblickten auf dem Weg dorthin die ersten, in der ferne aufleuchtenden hohen Geltscherberge – tibetisches Hochplateau, wir kommen!!! In Shigu lernten wir Ahmid, einen Reisekletterer und Daria, eine deutschsprechende Shanghai-erin mit ihrem Hund Atschi kennen:) Gemeinsam erweiterten wir unsere Naturfelskletterfähigkeiten und auch Sara probierte erfolgreich ihre ersten Kletterrouten. Dann hieß es auf nach Shangri-La, das Tor zum tibetischen Hochplateau. Über die berühmte Tigersprungschlucht, die wirklich tief, hoch und wassermassenreich war führte der Weg uns über die ersten Pässe bergauf und ab und die gletscherbedeckten Berge nahmen zu. Und wir kamen an unseren ersten Gebetsfahnen vorbei, die irgendwie etwas magisches an sich haben. Wir machten Stopp im kleinen Örtchen Haba, das berühmt war für seinen hohen Berg nebenan – den Haba-Mountain. Ein „leicht“ zu besteigender 5.300er, der für seinen tollen und wohl einfachen Gletscher bekannt ist. Nachdem wir uns in einer schönen Schwedenhaus ähnlichen Unterkunft ausgeruht hatten, starteten wir mit Lily und Erwan, einem deutsch-französischem Pärchen, unseren Guides und zwei Eseln auf zum Basecamp. Der Weg hoch führte uns durch moosbehangene Wälder und Rhododendron-Bäumen (nicht Büsche!) bis wir hinter einem verwunschenem Hochtal, umgeben von Wasserfällen und Steinwänden das Basecamp erreichten. Wir informierten uns bei anderen Bergsteigern über den Weg hoch, es sei sehr windig gewesen und schlechte Sicht. Wir erhofften uns natürlich besseres. Am Abend zeigte sich glücklicherweise der Gipfel in seiner vollen Pracht. Wir waren richtig positiv gestimmt für die Besteigung. Nach einer wenig schlafreichen kurzen Nacht marschierten wir in den frühen Morgenstunden bei Nieselregen los. In unserem Kopf immer nur „Es kann nur besser werden“. Langsam kamen wir immer weiter hoch, irgendwann liefen wir nur noch über Steinplatten. Unsere eigentlichen Guides rannten fast den Berg rauf. Der Nieselregen wurde zu Dauerregen und hinzu kam noch ein fürchterlicher Wind. Nach und nach waren wir alle ziemlich durchnässt und frierten ganz schön. Auch die aufgehende Sonne brachte nichts außer etwas Licht. Wir dachten daran wie schön kuschelig gerade unsere Familien und Freunde zuhause im Bettchen lagen und friedlich schliefen. 300m vor dem Gipfel und bevor der Gletscher richtig anfing, war Schluss für uns und auch für alle anderen heutigen Bergsteiger. Das Wetter war nicht auf unsere Seite und so war es sicherer die Gipfelbesteigung wann anders zu erleben. Lukas war sehr enttäuscht, Katharina war einfach nur kalt. Also ging es vorsichtig den Berg wieder runter und natürlich besserte sich das Wetter als wir fast unten waren. Dafür bekamen wir einen wunderschönen Blick ins Tal, was ein kleines Trostpfaster war. Schwitzend ging es dann bergab zurück zu unserer schnuckeligen Schwedenunterkunft, wo Sara auf uns wartete. Wir backten abends Waffeln, denn die Unterkunft hatte alle möglichen Haushaltsgeräte, nach denen  wir uns manchmal sehten . So genossen wir am nächsten Morgen ein köstliches Frühstück mit leckerem Kaffee und freuten uns aufs weiterradeln, denn beim gehen schmerzten unsere Beine doch ganz schön vor Muskelkater. Vor uns lagen nun ca. 130km bis Shangri-La und einige Höhenmeter. Doch die Landschaft war wieder atemberaubend schön und veränderte sich stetig. Wir übernachteten mal neben einem Fluss unter sternenklarem Himmel und mal nach einer mehrstündigen Offroad-Fahrt in einem Innenhof eines Hauses, dessen Besitzerin uns an Esmeralda erinnerte 🙂 Wir freuten uns schon auf eine wärmende Dusche, denn wir nahmen stetig an Höhe zu. Kurz vor Shangri-La veränderten sich die Häuser in große Paläste mit riesen Fenstern und jedes Dorf hatte eine eigene Gompa mit Gebetsmühlen und hunderten Gebetsfahnen. Es war sehr hübsch anzuschauen. Wie auch Dali hat Shangri-la eine Neu- und eine Altsstadt. In der Neustadt wird viel gebaut und es reihen sich Shops an Shops. Die Altstadt ist Kopfsteingeplastert , es gibt unzählige Souvenirläden aber auch schöne alte Gebäude und Tempel. Und große Plätze auf dem Abends immer eine Art chinesisch traditionelles „Zumba“ getanzt wird. Wir verbrachten einige Tage in Shangri-La, trafen Lily&Erwan wieder, genossen köstlichsten Yak-Käse und entschieden uns für eine Visa-Verlängerung, da die weitere Erkundung des tibetischen Hochplateaus auf uns wartete. Wie der Zufall so wollte verzögerte sich die Visa-Verlängerung, auf Grund eines neuen Visa-Systems, um fast eine Woche. Also genossen wir noch ein paar mehr Tage Shangri-La und trafen so auf Marleen&Sera ein deutsch-schweizer Paar, die fast zeitgleich mit uns in Bangkok starteten, wie sich herausstellte und die nun auf dem „Heimweg“ nach Spanien sind. Mit verlängertem Visa und einiges an Essensvorräten für die nächsten 8 Tage, starteten wir auf Richtung Litang.

Denn die kommende Strecke führte uns entlang an wunderschönen tibetischen Dörfern, welche sich hinter jedem Hügel veränderten und wir sahen immer neue schön verzierte Häuser, Vorgärten uns vor allem Landschaft. Kurz hinter Shangri-La ertönte hinter uns ein witziges Hupen, was eigentlich nur von einem Fahrradfahrer kommen konnte. Und so war es auch! Ab da an radelten wir zur viert weiter – Lukas, Katharina, Sara und Adam aus London, der uns auf der kommende Strecke noch einiges über Rad reparieren beibrachte, da er täglich mit Speichen auswechseln oder Reifen flicken beschäftigt war :):) Es war schön in einer Gruppe zu fahren. So war das Wild-Zelten am Straßenrand nicht allzu gruselig und wir motivierten uns gegenseitig die Berge hochzustrampeln. Die  Pässe zählten für uns alle zu den höchsten Pässen die wir je mit einem Rad Pässen geradelt haben. Die Strecke war wirklich toll, verlangte allerdings auch einiges an Nerven, da es fast ununterbrochen regnete und es Tag für Tag kühler wurde, da wir immer höher kamen. Aber es waren kaum Autos unterwegs und so konnten wir in aller Ruhe in zick-zack-Linien die Natur genießen. Eine bleibende Erinnerung wird auf jedenfall eine Übernachtung in einer Art Kuhstall bleiben. Nach nur 20km bergab beendeten wir den Radtag, denn es fing fürchterlich an zu schütten. Ein dort lebender Hirte bot uns herzlich an, in seiner Hütte Platz zu nehmen und auch zu übernachten. Nach einigen Überlegungen, denn eigentlich wollten wir weiter radeln, hatten wir doch nur 20km am Tag „geschafft“, nahmen wir sein Angebot dankend an und schlugen unser Zelt neben den Kälbern und im qualmenden Rauch des Feuers auf. Wir genossen den selbstgemachten im Mund-Quitschenden-Käse des Kuhhirten und die waren fasziniert von seiner Arbeit des Butterzubereitens. Auch ohne Sprache war es schön sich zu verständigen.

Nach ein paar Tagen gesellten sich auch Marleen&Sera dazu, so dass wir schlussendlich als sechser Gruppe stolz, erschöpft und voller Glücksgefühle in Litang einradelten. Es war geschafft! Eine Postkarte an unserer Pinnwand lautet “ Die Kunst des Lebens besteht darin im Regen zu tanzen anstatt auf die Sonne zu warten“. Doch nach acht Tagen fast Dauerregen über 4000 Meter Höhe reichte es uns dann doch so langsam… Und so genossen wir in Litang eine mehr oder weniger warme Dusche und die lang ersehnte Heizdecke, die wirklich gut tat :):) Litang war die höchste ganzjährlich bewohnte Stadt der Welt und liegt auf knapp über 4000m. Es erinnerte wirklich, wie auch im Reiseführer beschrieben, an eine Stadt des Wilden Westens. Männer und Frauen mit Cowboyhüten, Pferde auf der Straße und viel Trubel. Für uns hieß es hier „Auf Wiedersehen“ sagen zu unseren tollen, einzigartigen Radlerkumpanen. Für alle vier ging es mit dem Bus auf in die Hauptstadt von Sichuan – nach Chengdu. Von dort endete Adams Radreise und die anderen drei machten sich auf nach Zentralasien. Und wir beide radelten weitere vier regnerische Tage durch die schöne tibetische Landschaft bis nach Kangding, wo wir nach vielen Tagen über 4000m mal wieder in wärmere Gefilden hinabradelten. In Kangding ließen wir uns mit Badewanne und schönen Zimmer und familiären Gästehaus, welches von einer sehr sympathischen amerikanischen Familie geführt wurde, gut gehen und entdeckten so auch einen der köstlichsten Möhrenkuchen der Welt 🙂 Bevor es auch für uns mit dem Bus nach Chengdu ging tauchten wir nochmal ein in abgelegene tibetische Normadendörfer, dank dem Mitarbeiter des Gästehauses namens Petru, der uns mit zu seiner Familie nahm! Abseits von allem genossen wir an lokalen Ritualen teilzunehmen und von zahlreichen mitgebrachten und selbstgemachten Käsesorten zu probieren 😉

Und dann ging es auf in die Großstadt Chengdu, die uns aber auch mal wieder besser gefiel als vermutet. Dank eines israelischen Pärchens hatten wir eine super schöne entspannte Unterkunft bekommen, nämlich bei einem anderen israelischen Paar, die zur Zeit in Chengdu lebten.

Und natürlich Katharina Geburtstag stand an! Den verbrachten wir in der für Chengdu berühmten Panda-Aufzuchtstation. Das war ein schöner Geburtstagsvormittag, in der wir einige der wenigen auf der Welt überhaupt noch lebenden Pandabären beobachten konnten. Leider nur drinnen, im klimatisierten Bereich und nicht draußen in den Bäumen. Aber bei 40 Grad im Schatten würden wir auch das Kühle suchen. Gekonnt geschickt lenkte Lukas Katharina zu einer Überraschung – er schenkte ihr eine Nacht im Luxushotel Chengdu Plaza Hotel mit den Worten „die letzten Nächte haben wir viel im Zelt und bei schäbigen Wetter verbracht, da habe ich mir für deinen Geburtstag was besonders überlegt“. Woooow!!!! Das war wirklich eine gelungen, unvorhersehbare Überraschung!! Wir ließen es uns richtig gut gehen, mit Wein am Pool und der Happy-Hour mit leckerem Buffet über den Dächern Chengdus, bei dem wir auch noch die einzigen waren 🙂 Ein total perfekter 27. Geburtstag!!!

Nach ein paar schönen Tagen in der 5. größten chinesischen Großstadt startete für uns die Weiterreise nach Singapur mit dem Flieger!!

 

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Ladakh „land of mountain passes“ …

…diese Übersetzung können wir durch unsere zahlreichen Passüberquerungen und die geflossenen Schweißtropfen, sowie dem  anstehenden Aufstieg eines ganz  besonderen Berges  bestätigten.

„Stok Kangri“ sahen wir von der Dachterrasse zu jeder Tages- und Nachtzeit, meist Wolkenverhangen, ab und an klar. Er soll ein den Umständen entsprechend leicht zu besteigender Sechstausender Berg sein. 

Wir werden sehen… Zunächst ging es, mal wieder später als vorgenommen, da wir uns noch mit den deutsch/schweizer/holländer Weltreiseautoleuten unterhielten, mit dem Rad zum Ausgangspunkt bzw. Startpunkt des Berges. Unsere Räder ließen wir bei einem herzlich netten Wanderführer und bestaunten sein schönes typisch ladakhisches Haus mit riesen Wohn/Esszimmer und einem Dielenboden, wie wir uns ihn nur für zuhause wünschen können. Mit neuen Wanderstöcken und unseren altbekannten Wanderschuhen erklommen wir die ersten Höhenmeter und waren fasziniert von den Steinformationen am Wegesrand. Unser Nachtlager bauten wir neben dem ersten, von einem ladakhischen Wanderverein bereitgestellten, Camp auf. Wir waren froh, dass wir unseren Kocher „unten“ gelassen haben und uns für die preisgünstige, aber nahrhaft und leckere Verpflegung der Camps entschieden haben. Unsere Rucksäcke waren aufgrund unserer neuen, immensen aber wohlig wärmenden Schlafsäcke, unserem Zelt und Isomatten, sowie unzähligen Müsliriegeln proper gefüllt.

Am nächsten Tag starteten wir weiter Richtung Basecamp . Der Weg führte vorbei an einigen Gebetefahnen, sowie durch ausgetrocknete Flußbetten. Uns kamen einige Wanderer entgegen, die am Morgen des Tages den Gipfel versucht haben zu besteigen oder sogar bestiegen haben und somit noch ein paar Tipps für uns auf Lager hatten. Das Wetter zog sich langsam zu und wir erreichten nach zwei Stunden wandern ein Zwischen-Camp, wo wir genau zu richtigen Zeit ankamen, denn kurze Zeit später fing es richtig an zu stürmen und zu schneien. In einer Art Nomadenzelt verbrachten wir so unsere Zeit und lernten zwei Franzosen kennen, mit denen wir uns nett unterhielten. Als das Wetter aufklarte stiegen wir die letzten Höhenmeter zum Basecamp hinauf, immer vorbei an unzähliger Esel oder Pferdekacke. Das Basecamp lag in einem Tal umringt von vielen schneebedeckten Gipfeln. 

Wir schlugen unser Zelt auf und hatten mal wieder Glück, denn kurz nachdem wir uns es uns im Basecamp Quartier gemütlich gemacht hatten, fing es wieder an zu stürmen und zu schneien . Wir wärmten uns mit einem leckeren Kardamom-Milch-Tee und ließen unser Zelt währenddessen von den Naturgewalten erfrieren. Kurz bevor es dunkel wurde, machten wir einen kleinen Akklimatisationsausflug zu einen nahegelegenen kleinen Aussichtspunkt und genossen die schöne Aussicht aufs puderweiße Basecamp. Da wir vorhatten den benachbarten Gipfel, mit 5950 m, zu besteigen, statt den verschneiten Tag im Basecamp zu verlottern, liehen wir uns am Abend Steigeisen und Eisäxte aus und holten uns nochmal von dem netten Basecamp Leiter Kalu (sein Spitzname) Informationen für die Bergbesteigung. Nach einem leckeren Abendessen in netter Gesellschaft, kuschelten wir uns in unseren neuen Daunenschlafsäcke und hörten dem Schnarchen der anderen Wanderer und den wiehernden Eseln beim Einschlafen zu.

Am nächsten Morgen wachten wir um 5 Uhr auf und starteten eine dreiviertel Stunde später unseren Aufstieg zum Gulep Kangri. Da es die Tage zuvor immer mal wieder schneite, fanden wir kaum Fußspuren und orientierten uns an den seltenen aufgestapelten Steinhaufen, die den Weg weisen sollten. Dank unserer körperlichen Aktivität wurde uns wärmer und wärmer und langsam ging auch die Sonne auf und wir bekamen eine wunderschöne Aussicht auf das Tal und die umliegenden Bergketten, die sich über Nacht weis eingekleidet haben. Wir kamen gut voran und erreichten nach einigen Stunden Aufstieg den Gletscher. Dort oben zogen wir unsere Steigeisen an und überlegten uns wie es Richtung Gipfel weiter gehen könnte. Wir haben bisher zwei Berge mit Gletscher bestiegen, waren jedoch noch nie ohne Guide unterwegs. Dazu kam, dass der Berg seit Tagen nicht bewandert wurde und wir die einzigen Menschen auf dem Weg waren. Keiner vor und keiner hinter uns. Die ersten Meter klappten gut und wir fühlten uns sicher und wohl. Doch dann zog sich das Wetter langsam zu und die Sicht wurde schlechter, der Schneefall nahm zu und das weitere erklimmen des Gipfel wirde für uns unsicherer.  Wir überlegten uns gemeinsam, ob wir gar weiter gehen sollen und kamen zu dem Entschluss es noch etwas weiter zu probieren. Wir entschieden uns jedoch nachdem wir einige Meter weiter gestiegen sind und der Gletscher zahlreiche unsichere Geräusche von sich gab, dass wir doch besser den Abstieg beginnen sollten. Dann kam uns in den Kopf, dass wir oftmals auf diese Reise einigen anderen Leuten erzählt haben, dass es sicherer ist manchmal auch einen Rückzieher zu machen wenn eine Situation nicht sicher genug ist. Bis dato haben wir diese Situation jedoch immer ignoriert und es hat immer gut funktioniert. Dieses Mal entschieden wir uns jedoch für die sichere Aktion und stiegen ab und sparten somit unsere Kräfte für den nächsten Tag. Beim Abstieg ging alles etwas schneller. Jeder Schritt der vorher mit einer Anstrengung verbunden war, war beim bergabgehen viel viel entspannter und so ging es schnell hinunter. Dennoch zog sich das Wetter weiterhin zu und es begann zu schneien, unsere Fußabdrücke die wir einige Stunden zuvor in den Schnee hinterließen, verschwanden langsam. Nach einiger Zeit klarte das Wetter wieder auf, der Gipfel war sichtbar und unsere Motivation umzukehrten war wiedergegeben. Dennoch entschieden wir uns nachdem wir einige Zeit bergab gelaufen sind dazu, nicht wieder bergauf zu laufen, da wir letztlich wieder an der gleichen Situation einen Rückzieher machen würden und stets das Leitprinzip der Berge „the wheater is unpredictable“ beachtet werden sollte. 

Wir genossen es nach kurzer Zeit das Basecamp zu sehen und freuten uns bereits auf einen heißen Milch-Tee mit Kardamom und auf einen Mittagsschlaf im Zelt. Nach einer Ruhephase füllten wir unsere Reserven wieder mit leckerer Basecamp-Nahrung (das ist nicht ironisch gemeint, das Essen war super) auf und verabredeten uns mit einigen Leuten für 1:15 Uhr nachts am Zelt, um gemeinsam den Aufstieg zu beginnen. Die Nacht war recht kurz dennoch erholsam und wir kamen letztlich um 1:18 Uhr am Zelt an, keine Personen waren zu sehen. Wir schauten den Hügel hinauf und sahen in der Ferne einige wenige Lichter, die langsam den Berg hoch schlendern. Wir machten uns folglich zu zweit auf dem Weg und wanderten zunächst den uns bekannten ersten Hügel hoch. Wir konnten aufgrund des sehr hellen Mondes und der sternenklaren Nacht unsere Taschenlampen ruhen lassen und freuten uns darauf nach einiger Zeit die Lampen heller leuchten zu sehen die vor uns waren. Einige Leute kehrten bereits zu diesem Zeitpunkt zum Basis Lager zurück, da die Höhe einen Strich durch ihre Gipfelbesteigung machte. Unsere Körper waren jedoch durch die zahlreichen Pässe des chinesischen und indischen Himalayas, sowie durch den Vortag ideal akklimatisiert und machten uns keine Probleme. Auf dem Weg zum ersten Gletscher trafen wir an einem der zur Zeit geschlossenen anderen Basecamps, auf Daria und Alick, zwei sehr nette Menschen mit denen wir in der nächsten Zeit viel Zeit verbringen und gemeinsam dem Gipfel besteigen werden (ja wir werden es schaffen). 

Wir verfolgten ein Geröllfeld seitlich des Gletschers bis wir fast am Ende dieses waren, dort zogen wir unsere Steigeisen (veraltete sehr veraltete) an und bereiteten uns mental auf die Gletscherquerung vor. Glücklicherweise waren bereits einige Fußabdrücke zu sehen, so dass wir diesen einfach folgen konnten und einer sicheren Überquerung nichts im Wege stand. Zu diesem Zeitpunkt waren unsere Füße und Hände jedoch bereits nahezu auf Umgebungstemperatur gesunken 😉 Bei der Gletscherüberquerung kamen wir über einige Gletscherspalten die in der Dunkelheit recht angsteinflösend  aussahen. Beim bergablaufen waren diese jedoch nur einige Meter tief und aufgrund von seiner schönen blauen Eisfärbung wunderschön anzusehen. Wir zogen unsere Steigeisen wieder aus und machten uns auf den Weg seitlich eines neuen Gletscher über einige Geröllfelder bergauf. Nach ein paar Pausen, da das Atmen schwerer viel, entschieden wir uns wieder unsere Steigeisen anzuziehen und den Fußspuren direkt bergauf, Richtung Gipfel auf dem Gletscher zu folgen. Circa zwei Stunden lang arbeiten wir uns in kleinen Etappen, Schritt für Schritt, Atemzug für Atemzug, dennoch stets mit dem Blick auf dem Gipfel gerichtet bergauf. In unserem Rücken begann der Himmel sich leicht rot zu färben, da die Sonne in der Ferne langsam aufging. Unsere Motivation stieg andauernd, obwohl die Kräfte nach und nach langsam nach ließen. Da wir anderen Fußabdrücken folgten konnten wir nicht wirklich sagen, ob wir den richtigen Weg folgten oder nicht. Im Nachhinein haben wir von einem vor uns laufendem Guide ein Lob ausgesprochen bekommen, dass wir die steilste Passage, den schwierigsten Weg des Berges gefolgt sind. Normalerweise würde man sich seitlich am Gletscher auf dem Rücken des Kammes entlang bewegen, um der Steilheit zu entgehen. Dennoch hat uns der laut Aussagen fast 90 Grad Aufstieg viel Spaß gemacht und den Berg noch mehr Nervenkitzel gegeben. Nachdem steilsten Stück entledigten wir uns unnötiger, angesammelter Körperflüssigkeiten und stärkten uns mit einem Müsliriegel, sowie mit etwas halb-gefrorenen Wasser, um uns die letzten Meter den Berg hinauf zu kämpfen. Die aufsteigende Sonne gab alles, um unsere unterkühlten Finger und Füße zu wärmen, jedoch wurde diese stets vom starken Wind zurück getrieben. Die letzten Meter wurden über Boulder, ein paar Kraxel-Aktionen auf Geröllfelsen absolviert und somit stand den wirklich letzten Metern auf reiner Gletscherfläche nichts mehr im Wege. Glücklicherweise legten wir beide einen Zahn zu, sodass wir ganz alleine auf dem Gipfel standen und die aufgehende Sonne, sowie die in der Entfernung liegenden Gebirge, wie der K2, zweithöchste Berg der Welt in Pakistan sichtbar waren. Wir hatten mordsglück so ein Wetter zu haben. Wir freuten uns und ließen einen Freudeschrei erklingen ohne dass eine Lawine losging. Für uns war dies ein perfekter Moment und Lukas ergriff die Situation und machte Katharina einen Heiratsantrag, sodass wir als verlobtes Paar den Berg verließen. Als Daria und Alick am Gipfel ankamen, ließen wir gemeinsam der Freude freien Lauf, erzählen von unserer Verlobung und genossen gemeinsam den nur für uns bereitstehenden Gipfel. Wir verewigen uns durch Bilder und Lukas markierte sein Revier hinter den Gipfelfahnen. Der Abstieg war in Relation zum Vortag länger und auch steiler. Wir begannen über den Kamm hinunter zu laufen und ließen uns stets von den stärker werdenden Sonnenstrahlen wärmen. Wir hielten oft an und erfreuten uns über das weniger vereiste Wasser was unserer Kehle gut tat. Unsere zahlreichen Müsliriegel und Nüsse wurden beim Abstieg verzehrt. Es war schön mit Daria und Alick gemeinsam viel Zeit zu verbringen, sodass wir viele gemeinsame aber auch individuelle Erfahrung austauschen konnten. Auf den letzten Metern erquickten wir uns über den wunderschönen Ausblick und freuten uns bereits über das anstehende Mittagessen und einen heißen Milch-Kardamom-Tee.

Im Basislager wurden wir von unzähligen Menschen beglückwünscht und freuten uns jedoch mehr auf unsere warmen Schlafsäcke die uns die Füße und Finger wärmen würden. Den Tag verbrachten wir mit Essen, quatschen und erholen. Die Nacht war mal wieder durch Esel, Pferde und Hundegebell gestört, dennoch erholten wir uns fleißig, sodass wir am nächsten Morgen gestärkt von einem Gipfelfrühstück den Abstieg beginnen konnten. Wir stiegen 1500 Höhenmeter innerhalb kurzer Zeit ab und freuten uns auf unsere Räder, die wir in einem Homestay gelassen haben. Leider war der Bekannte nicht da der die Räder in seinem Zimmer abgeschlossen hatte, sodass wir die Zwangs-Pause bei Milch-Kardamom-Tee und und einem Reisgericht genossen. Wir unterhielten uns mit der Familie, die sich über unsere Gipfelbesteigung freuten und erklärten unser weiteres Vorgehen für die nächsten Wochen. Unser Gepäck auf unseren Drahtesel verstaut machten wir uns langsam über Seitenwege wieder Richtung Leh, unserem Hauptbasislager. Leider hat uns unser Karten-System über zu kleine Straßen geleitet, wodurch wir zwar die großen vielbefahrenden Straßen meiden  konnten, dennoch war es mit einem Rad sehr schwierig diese Fußwege zu fahren. Glücklicherweise wurden die Felder kurz vorher abgeerntet, sodass wir unsere Räder über zahlreiche Bewässerungkanäle, abgeernte Gerstenfelder und über Büsche schieben und heben konnten. Die dort arbeitenden Familien waren erquickt über das surreale Bild eines erschöpften Wanderpaares auf  Rädern und zeigten uns mit einem Ginsen den richtigen Weg, sodass wir verfolgt von einigen Hunden über wunderschön geschmückte Brücken, den Weg Richtung Leh fanden. In unserem familiären Gästhaus angekommen bekamen wir das kleinste, jedoch günstigste Zimmer, in welches wir uns für die nächste Woche einquatierten. Wir wollten die lang ersehnte heiße Dusche genießen, wurden jedoch enttäuscht, da die Wolken das Heizen des Wassers verhinderten. Auch der Stromausfall konnte den Ersatzboiler nicht erhitzen und somit wurden unsere nach heißen Wasser lechzenden Körper eine weitere Nacht im stinkenden Schlafsack eingeschlossen. Dennoch gönnten wir uns ein riesen Abendessen. Wir bestellten uns viele Gerichte internationaler Küche und stießen bei dem ein oder anderem kühlen Bier auf die erfolgreiche Gipfel-Besteigung und unsere Verlobung an. Überfressen rollten wir zurück zum unserem Gästhaus und kullerten in unsere wärmenden Schlafsäcke um am nächsten Morgen eine leider weiterhin semiwarme Dusche zu genießen. Die nächsten Tage verbrachten wir damit Möhren-Kuchen für eine Geburtstags-Freundin zu backen, selbstgemachte Lasagne am Abend mit unseren Freunden zu genießen, auf dem Markt einige Mehlspeisen zu schlemmen und uns über die ladakhische Kultur in Form von unterschiedlichen Dokumentationsfilmen zu informieren und damit unsere eigenen Erfahrungen zu bestätigen. Bei unzähligen Spaziergängen innerhalb der Stadt wurden wir oftmals von bekannten Gesichtern begrüßt und von Freunden eingeladen. Diese Situation haben wir uns schon oft vorgestellt und freuten uns nun umso mehr das dies wahr wurde. In einem anderen Land, ganz weit von zu Hause entfernt, von Freunden umgeben zu sein und sich wie zu Hause zu fühlen. Dies ist nur möglich gewesen da wir hierher unser Basislager gelegt haben und unsere Ausflüge stets mit langen Ruhephase in dieser Region verbracht haben. Nun liegen wir auf der Dachterrasse unseres Gästhauses und genießen die stets weniger werdenden und weniger wärmenden Sonnenstrahlen des Himalaya und machen uns bereit für unsere morgige Weiterreise per Rad. Wir müssen noch eine Genehmigung besorgen, um von der Hauptstraße abfahren zu dürfen um dort auf ruhigeren Straßen verschiedene Salzseen zu entdecken und die wunderschöne und karge Natur Ladakhs zu genießen. Die nächsten zwei Wochen werden wir Richtung Manali über das Himalaya hinwegradeln und somit unsere letzte Radreise-Etappe antreten. In Manali warten hoffentlich einige heiße Quellen auf uns, sodass wir vor unserer Rückkehr noch mal unsere geschundenen (:p) Körper erholen können, um gemeinsam mit euch ganz Deutschland auf dem Rad unsicher zu machen. 

Vom muslimisch geprägten Kaschmir auf ins buddhistische Ladakh

Unsere erste Tour führte uns ins 96km entfernte Sonamarg, das aufgrund des starken Schneefalls im Winter, nur im Sommer bewohnt ist. Uns erinnerte diese Stadt eher an eine Aneinanderreihung, trostloser, überteuerter Unterkünfte, dennoch fanden wir nach mehrmalige Enttäuschung eine passable (Preis/Leistung OK) Schlafmöglichkeit. Der Weg hin und weg war geprägt von einer grünen Landschaft, wie wir es aus dem Mittelgebirge Deutschlands kennen. Bei Pausen wurden wir von typisch genüsslichen Kardamon-Milch-Tee, sowie von frischgeernteten Äpfeln und Birnen gestärkt, die wir von sehr offenherzigen und interessierten Kaschmiris serviert bekamen. Unabhängig von der Vermutung, dass die Straßen von Militärkonvois gesäumt sind, fühlten wir uns pudelwohl und genossen es zwischen Kaschmir-Schafsherden und ihren grünäugigen Hirten, sowie durch traditionelle Dörfer die Serpentinen hochzuradeln. Unser erster indischer Pass wartete zunächst mit zahlreichen Kurven und schlechten Straßenbedingungen sowie mit unzähligen staubaufwirbelnden antik bunten LKWs, deren Fahrer uns mit einem Lächeln und Daumen den Berg hochtrieben. Unser Sawyer-Filter beglückte uns mit reinem gefilterten Bergwasser, so dass wir den Pass mit ausreichend Flüssigkeit über queren konnten. Oben angekommen waren wir erstaunt von der im Hochsommer dahin schwindenen Gletscher, auf dem Touristen eine Schlittenfahrt bergab gönnten. Bergab erblickten wir aufgrund von Teva-Sandalen und Schlabberhose einen Wanderer, der, wie sich nach einem Mittagsplausch am staubigen Straßenrand herausstellte, Thomas aus Deutschland ist, der schon seit 5 Jahren zu Fuß (!!!) auf dem Weg nach Myanmar ist. Unfassbar verrückt! Wir erfreuten uns dennoch, ohne große Anstrengung, an Militärlagern vorbeizubrausen und bei einer Registrierung mit den dortigen Soldaten einen Tee zu trinken. Für einen schmalen Taler bekamen wir am Abend ein freies Lager, in dem auch unsere Räder Platz fanden und wir eine vom Muazin geweckte Nacht verbrachten. 


Kargil, die letzte muslimisch geprägte Station vor dem buddhistischen Hochland, ist unsere nächste Station. Für uns ging es herrlich bergab, vorbei an grünen Schluchten und kargen Berglandschaften. Glücklicherweise hatte Lukas seine ersten beiden Platten, innerhalb von 10 Minuten, und konnte dadurch seine Referendariatswünsche kurz vor der Deadline per raren Internet abschicken. Mal wieder wendet sich eine negative in eine positive Situation. Schön, dass wir Freunde und Familie haben 🙂 
Die folgenden Tage wurden landschaftlich karger und wir erklommen immer höhere Pässe. Ein Blickfang waren die uns nun immer weiter begleiteden buddhistischen Einflüsse von bunten Gebetsfahnen, Gebetsmühlen, verzierten Häusern, tibetisch aussehenden Menschen, blumengeschmückten Vorgärten und saftig grünen Täler. Einiges erinnerte uns ans tibetische China. Gegenseitiges Interesse zeigte sich bei einer Begegnung mit einem jungen flippigen Mönch – Katharina schaute sich sein Kloster an und er radelte ein paar Runden mit Ursl 🙂 
Nach einem langen anstrengenden Tag stärkten wir uns in einem günstig leckeren Militärrestaurant mit Momos (tibetische Maultaschen) und Aloo Paranta (leckere Kartoffelpfannekuchen, die man eigentlich zum Frühstück isst) und radelten mit starkem Gegenwind zu einer empfohlenen Unterkunft. Wie sich heraus stellte, handelte es sich um eine von der indischen Jugendherbergsgemeinschaft gemietete staatliche Unterkunft, in der Gruppen von Fahrradfahren nächtigen. Passend also auch für uns. Wir wurden herzlich eingeladen, den Abend, die Nacht bei ihnen zu verbringen, was wir dankend annahmen. Wir lernten dadurch Sumit und andere nette Menschen kennen, die uns in der nächsten Zeit immer mal wieder begegnen werden. Am nächsten Morgen, gestärkt von leckerem Essen und netter Gemeinschaft, machten wir uns auf den Weg in eine empfohlene Schlucht und radelten dann der Gruppe hinter her – auf zum zunächst letzten hohen Pass vor Leh, der ladakhischen Hauptstadt des Sommers. Auf dem Pass unterhielten wir uns einige Zeit mit den freiwilligen Leitern  der Jugendherbergsgruppe, tauschten Erfahrungen und Erlebnisse aus und fuhren gemeinsam zum nächsten essen hinab in ihr basecamp. Was für eine kurvenreiche, bremsenbelastende, aber dennoch wunderschöne Abfahrt, die oftmals von den Soldaten von der Ladefläche der LKW s beobachtet wurde. Trotz der Hitze und der unerbitterlichen Sonne machten wir uns in gewohnter Zweisamkeit vorbei an Mondlandschaften, Steinüberhängenden Schluchten und verärgerndem Gegenwind weiter auf den Weg. Wir mussten aufgrund körperlicher Ermüdung eine Zwangspause einlegen und erholten uns nur bedingt in einer schlaflosen Nacht. Was wir zu dem Zeitpunkt nicht wussten, war das Katharinas beste Freundin tausende Kilometer entfernt in der Heimat ihr erstes Kind zu Welt brachte. 
Bei der Einfahrt in Leh wurde von Lukas ein neuer Reiserad-mit-Vollgepäck-Geschwindigkeits-Rekord aufgestellt: 84,99km/h!!! Auf den letzten Metern trafen wir unerwartet einige der Freiwilligen des Jugendherbergsverein in ihrem Lager wieder und wurden natürlich auf ein Tee eingeladen. Wir kämpften uns die letzten Meter zum Goba Guesthouse hoch, eine familiengeleitete Unterkunft mit wunderschönem Garten, Dachterasse und Ausblick auf die schneebedeckten Gipfel, welche wir von Lukas Bruder Moritz empfohlen bekamen und in der nächsten Zeit immer mal wieder unsere „Heimat“ in Leh wurde. 
Die darauf folgenden Tage verbrachten wir mit dem, was wir die Tage davor nicht hatten: internationaler Küche, mehr oder weniger guten Internet, langen Ruhephasen mit unseren neuen Freunden sowie entspannen in unserer schönen Unterkunft. Wir erkundeten einige authentische Seitengassen Lehs, die Shanti Stupa sowie die von Israelis überfüllte Touristraße auf der Lukas auf Grund seiner für Israelis typischen Source-Sandalen auf hebräisch angesprochen wurde :):)
Für viele ist Leh eine Art Basecamp. Von hier aus werden Berge bestiegen, Täler bewandert oder Seen erkundet. Nachdem wir uns ausgiebig erholt und die Batterien der Annehmlichkeiten der Gesellschaft wieder aufgefüllt waren machten wir uns auf den Weg über den bisher schwersten Pass unseres Lebens ins Nubra-Valley. Am Abend der bevorstehenden Passüberquerung nächtigten wir in den Mauern eines wunderschön neu errichteten Tempels und schauten uns schon mal die Strecke an, die uns am nächsten Tag bevor stand. Sah eigentlich ganz einfach aus… Doch der Schein trügt und so strampelten wir uns am nächsten Tag Richtung „Warri-La“ hoch. Meine Güte, wir machten insgesamt mehr Pausen als wir auf dem Rad saßen. Das nervigste war, das die Strecke gar nicht steil aussah, es aber war, denn untrainiert sind wir ja gerade mal nicht. Zum Glück war kaum Verkehr, so dass wir die Straße für uns hatten. Aber wir kamen vorwärts, immer mal gestärkt von einem Snickers oder Bananen. Kurz vorm Pass wurde die Straße dann auch noch so richtig zur Holperpiste, so dass wir tatsächlich mal schieben mussten um vorwärts zu kommen. Und dann waren wir endlich oben…>5200m!!!! Was eine Erleichterung! Wir zogen warme Sachen an, denn es wurde langsam dunkel, machten ein „Pass“foto und hängten Gebetsfahnen auf.


Die Abfahrt war zunächst, aufgrund der Huckelpiste, nicht ganz so erholsam, zumal es auch immer dunkler wurde. Nach einigen hundert Höhenmeter weiter unten fanden wir gleich neben der Straße einen Platz ideal zum Zelten. Es war sowieso kaum Verkehr oder Menschen unterwegs, also schlugen wir dort, in der Nähe eines plätschernden Flusses, unser Nachtlager auf. Am nächsten Tag radelten wir erholt und entspannt weiter bergab, vorbei an schöner idyllischer Landschaft, bis wir in eine andere Welt kamen – eine gerade Straße, die Kilometer weit zwischen Sandflächen und Bergen lang führte. Und starker Gegenwind uns begleitete.

Zum Nachmittag erreichten wir das Nubra-Valley und die Touristen auf Motorrädern oder in Autos häuften sich. So waren wir froh, einen wirklich tollen und ruhigen Zeltplatz ganz allein in den Sanddünen zu finden. Ja, ihr lest richtig: Sanddünen auf über 3000m!!! Und nicht nur das, sondern auch Kamele, ein Überbleibsel aus der alten Handelsroutenzeit, wo Ware von Indien nach China transportiert wurden. Wir entspannten zwei Tage im Sand, kletterten auf die Dünen und wurden einmal Nachts sogar von Kamelen erschreckt, die nachts und ohne Führer viel riiiiiesiger aussehen 🙂 


Und dann hieß es auch schon wieder in Etappen zurück nach Leh zu radeln. Vor uns lag die ehemals höchste motorisierte Gebirgsstraße der Welt – der Khardung-La – mit dem Pass auf 5328(?)m. Da der Warri-La ganz schön anstrengend war, unterteilten wir diesen Aufstieg auf zwei Tage. Wie sich herausstellte, war die ehemals höchste Straße leichter als vermutet und wir kamen gut voran! 17km vor der Passüberquerung nächtigten wir in einer Polizeistation und genossen die Gastfreundschaft 🙂 Fit und voller Pedalkraft radelten wir den Pass hoch und freuten uns über motivierende Daumen und Winker! Oben angekommen kullerten bei Katharina die Freudentränen! Wir haben es geschafft! Wir sind den Khardung-La hoch, einen Pass, den wir uns zu Hause im Internet schon angeschaut haben und jetzt waren wir tatsächlich aus eigener Kraft oben! Grandios!!! Natürlich durfte das Beweisfoto nicht fehlen, sowie eine Gebetsfahne für die neue kleine Familie König 🙂 
Eingemuckelt in unsere Klamotten ging es erleichtert und vor allem stolz die 35km bergab zurück nach Leh. Auf einmal sagte Lukas: „Da rollt einer ne Rikscha hoch!“ Und Tatsache! Ein ca.50 Jähriger Inder aus Kalkutta nimmt nun schon zum dritten Mal den Weg von Kalkutta bis Turtuk (Grenzstadt Indien-Pakistan) auf sich und radelt, schiebt, rollt gegen Globale Erwärmung und für mehr Bäume pflanzen. Abgefahren grandios! Wir werden ihn definitiv mit einem Baum unterstützen! 
Erschöpft aber überglücklich rollten wir in Leh ein, gönnten uns erstmal einen Burger und lernten mal wieder super nette Inder aus der Nähe von Mumbai kennen, die nebenbei auch radbegeistert sind. 
Wir machten es uns in unserem schönen bereits wohl vertrauten Gästehaus gemütlich und genossen die nächsten Tage wieder einmal die Vorzüge von westlichem Essen, der entspannten Dachterrasse, die Gemeinschaft unserer Freunde und der Zufriedenheit, eine tolle erfolgreiche Woche im Nubra-Valley verbracht zu haben. 

Doch der Berg ruft… 🙂 

Das unerwartete und andere Indien

Ankunft früh Morgens in einem anderen Land, andere Kultur, andere Regeln – Indien. 

Uns begegneten die ersten Sari-gekleideten Frauen, Männer mit Turban und es roch wirklich nach Curry, durch die Restaurants am Flughafen Dehli. Wir überbrückten die Zeit bis zum Weiterflug mit mehr oder weniger erholsamen Schlaf, einer hielt immer Nachtwache wegen der Räder. Schön war, dass wir eine Gruppe Radler aus Borneo trafen, die einen Teil der Strecke, die wir auch fahren werden, in entgegen gesetzter Richtung erradeln wollen und wir uns so vllt nochmal Wiedersehen. 

Der nächste Flug war entspannend und wir konnten die ersten Blicke auf das höchste Gebirge der Welt – das Himalaya – erhaschen. Als wir landeten, setze ein kleines mulmiges Gefühl bei uns ein. Was erwartet uns nun hier in Srinagar, Region Jammu/Kaschmir? Laut der Medien werden in der Region in und um Srinagar durch den Kashmir-Konflikt oft Anschläge zwischen Pakistan und Indien ausgeübt, da Pakistan „sein Land“ zurück haben will, es aber durch die Kolonialisierung zu Indien gehört. Von Lukas Bruder wussten wir, der vor einigen Jahren in der Region Urlaub machte, dass wir uns auf eine Menge indischer Soldaten an jeder Ecke einstellen müssen, die das Alltagsleben prägen. Nach Recherchen und Nachfragen bei Reiseanbietern, die zweigeteilter Meinung waren und zum Teil keine Touren in die Region anbieten, wollten wir dennoch diese Region kennenlernen und uns unser eigenes Bild von der Situation machen. Was wir zum Glück auch taten!!! 

Als wir aus dem Flugzeug ausstiegen erwartete uns die kargen schroffen Berglandschaften, warmes Wetter und ein ziemlich alter Flughafen. Unser Gepäck kam vollzählig und unversehrt an und Lukas wurde von einem ersten Hausbootbesitzer umworben. Srinagars Hauptattraktion ist nämlich der Dal-See mit seinen hunderten von schön verzierten Hausboote, in denen man unterkommen kann. Am Flughafen mussten wir uns registrieren und zahlten diesen Aufwand beim Beamten mit einem Kaugummi aus Deutschland. Die exzellent verpackt und verkleinerten Räder bauten wir unter Beaufsichtigung unzähliger Kaschmiri auf und erschreckten uns ab und zu wenn unsere rad hupen mit einem grinsen betätigt wurden. 


Und letztlich ging es auf unsere sauberen Drahtesel vorbei an tausenden Soldaten mit einem zwiespältigen Gefühl. Einerseits erscheint die Region sicher durch die extreme Militärpräsenz, andererseits stehen sie nicht ohne Grund an jeder Straßenecke. Wir fühlten uns wie Exoten auf zwei reifen wenn die einheimischen die sich in Relation zum Militär in klarer Unterzahl befanden, ihre Arbeit ruhen ließen und uns nach einem kurzen Schockmoment und freundlich aber dennoch zaghaft zu winkten. Wir radelten an zahlreichen geschlossenen Läden und fühlten uns nicht, wie in Indien bzw. das was für Erwartungen wir hatten (hupende rasende Autos, lebendige Straßenszenerie und Strassenstände). Entgegen unserer Vermutung war alles ruhig, die Menschen trugen keine Saris sondern Kopftücher und die Straßenecken sind nicht von Tempeln sondern Moscheen geprägt. Nach der langen Nacht fuhren wir schnurstracks zu einem, nach langer Zeit mal wieder aus dem Reiseführer raus gesuchten, Hotel und erfreuten uns über das günstige saubere sonnendurchflutete Zimmer, mit der Gewissheit, dass unsere Räder sicher im Innenhof stehen. Rauf, unser Hotelbesitzer, übernahm die Elternrolle und wollte uns, vor den für uns nicht sichtbaren Gefahren Kaschmirs, schützen (vor der Dunkelheit zurück sein, nicht in die Altstadt gehen, Ansammlungen von Menschen fern bleiben). Gleich am nächsten Tag missachteten nahezu alle dieser Regeln. Wir genossen den Tag mit Valerie und Rainer, ein verrückt-witzig-symphatisches Freiburger Paar auf Urlaubsreise, die wir auf unserer Srinagar-Entdeckungstour kennenlernten. Gemeinsam erkundeten wir die Altstadt und kamen gefühlt nur Meterweise vorwärts, da die Kaschmiris uns immer genau die drei gleichen Fragen stellten: 1. Where from you? 2. You stay on Houseboat? 3. Kaschmir is nice? Die Anzahl der Touristen, ist aufgrund der politischen Lage sehr zurück gegangen, so dass sie sich einfach freuen mit Ausländern zu quatschen und beiläufig ihr träges/eingeschlafenes Business wieder aufflackern zu lassen. Wir freuten uns über das Quatschen, beim Businesszusteuern konnten wir sie allerdings wenig unterstützen, da wir für die kommenden Bergetappen zusätzliches Gepäck nicht gut gebrauchen können. Wir verloren die Zeit bei leckerem indischen Essen (Punjap Dhaba) mit Valerie und Rainer und später zwei Militärische Siks, aus dem Auge und bekamen erst bei Ankunft im Hotel mit, das Rauf und seine Familie sich ernsthafte Sorgen um uns machten und uns sogar gesucht haben. Für uns ist die instabile Situation schwer zu begreifen, da wir solche Unsicherheiten in unserer Gesellschaft nahezu nicht antreffen und unsere Reisen bis dato ohne Probleme (toitoitoi) verliefen. Dennoch hatten wir ein langes Gespräch mit Rauf und begannen zu realisieren, dass die dortige Situation ein starker Einschnitt in den Alltag der herzlichen Kaschmiris ist. 
Die darauffolgenden Tage verbrachten wir mit bedacht da der Unabhängigkeitstag Indiens und somit gleichermaßen der Abhängigkeit Stab der Kaschmiri von  Indien vor der Türe stand. Dies machte sich durch Streiks, aber auch durch einige Auseinandersetzungen in direkter Nähr, die wir gluecklicherweise nur in der Zeitung lasen, bemerkbar. Wir verbrachten die Zeit auf dem wunderschönen dalsee und erkundeten die gut restaurierten Überbleibsel der Kolonialzeit, die Hausboote, sowie die gut gepflegten Gartenanlagen und die Handwerkskuenste der talentierten Kaschmiri. 
Zu unseren Drahteseln gesellten sich zwei weitere deutsche Transportmittel in Form von zwei Autos. Heidi, Jürgen und Lutz sind seit Jahren immer mal wieder mit ihrem vierrädrigen Gefährten in der Welt unterwegs. Wir quatschten über ihre und unsere Erlebnisse und sollten uns bei unserem nächsten Stopp durch Zufall wiedertreffen. 
In einer anderen Welt angekommen, begann nach ein paar erholsamen und lehrreichen tagen unsere Weiterreise aus dem muslimischen Vorhimalaya, hinein ins buddhistische Hochgebirge.  

(Die Übertragung der Bilder benötigt etwas mehr Zeit, da die raffen Gipfel des massiven Gebirges diese blockiert)

Vorzüge einer Großstadt

Nach einer erholsamen, wenn auch kurzen Zeit auf der Insel Kapas ging es mit dem Doppeldeckerbus ohne Probleme und mit WLAN (:D) nach Kuala Lumpur! Dort wurden wir herzlich in Empfang von Yong und seinem Sohn Lukas, der gerade zu Besuch war, genommen. Yong ist ein herzlich lebensfroher Mensch, der auch schon einige Radeltouren erlebt hat. Seine Frau wohnt in der Schweiz, sein Sohn auch seit einem Jahr. So bekamen wir köstliche Schokolade, aber viel viel wichtiger: einen super herzlichen Aufenthalt in seiner wunderschönen Wohnung, wo wir uns tatsächlich ein wenig wie zuhause fühlten. Danke Yong und Lukas!!


Yong brachte uns zu einem Fahrradladen, damit unsere Räder einmal durch gescheckt und gegebenenfalls repariert werden. Und das war ein Fahrradladen, den wir uns auch zuhause wünschen. 🙂 Super nette hilfsbereite Menschen, die unsere Räder sogar wie neu aussehen lassen und ein paar Erneuerungen nebenbei auch vornahmen, für kleines Geld. Falls ihr also mal einen super Radladen braucht, Meng Thai Basikal ist die Adresse!!! Und Pakete einpacken können sie auch super! 

Mit den neuen günstigen öffentlichen Verkehrsmitteln erkundeten wir ein paar Gegenden von Kuala Lumpur, kauften ein paar Souvenirs und Katharina neue Birkenstocks 🙂 Und nebenbei beobachteten wir hunderte von jungen Malaysiern, wie sie kreischend ihre koreanische Filmstars in Empfang nahmen. 


Als Dankeschön kochten wir am letzten Abend für unsere Gastgeber leckere Lasagne, Baguette und Nachtisch. Später lauschten wir Yong und seinen Freunden beim üben von Liedern für einen Geburtstag zu.


Und dann war es soweit, auf ins nächste Land, auf zu neuen Abenteuer!!! Aber erstmal hieß es entspannt und mit gaaanz viiiiel Zeit alles zu packen und vor allem mit ausreichend Puffer am Flughafen anzukommen. Dank unserem tollen Gastgeber und der Hilfe der Mitarbeiter des Radladens klappte alles wie am Schnürchen und nun wissen wir auch für die Zukunft, wie wir unsere Räder flugtechnisch am bestens verpacken, so dass es zu keinen Problemen kommt!:) 

Jetzt sind wir am Flughafen in Kuala Lumpur. Um 19:00 Uhr geht unser Flieger nach Dehli,Indien, von dort am nächsten Morgen weiter nach Srinagar(Kaschmir), Nordindien. Von da starten wir unsere Tour auf ins Himalaya!!! Und dann sind wir tatsächlich da, was wir zuhause schon als Reiseziel im Kopf hatten! Und vielleicht sogar im letzten Land unserer derzeitigen Reise. Aber das sehen wir dann 🙂 

Traumstrände, Schildkröten und Rekordetappen…

Nachdem wir nahezu alles in Singapur aus touristischer und lokaler Sicht betrachtet haben, haben wir unser vorübergehendes zu Hause wieder verlassen und uns auf gemacht ein neues Land zu erkunden – Malaysia!

Der Grenzübergang war mit Abstand der einfachste den wir bisher auf all unseren Reisen hatten. In der Motorrad Spur einordnen und einfach hinter allen her, ein 90 Tage Visum für lau bekommen und Zack sind wir in Malaysia. 

Wir gönnten uns erstmal einen guten und günstigen Kaffee nachdem die Preise in Singapur, verglichen zu unseren vorigen Ausgaben überteuert waren. Danach  fuhren wir im zickzack quer durch Johor Baru, um Daniel, einen Bekannten aus Singapur, in seinem Wochenendappartement zu besuchen. Wir genossen mal wieder einen luxuriösen Pool und sogar ein Whirlpool auf dem Dach,aber am Abend wollte Daniel unbedingt in eine Mall fahren und dort mit uns essen gehen. So landeten wir mit seiner Nachbarin in einem riesen Einkaufszentrum und erquickten uns über die zahlreichen Geschäfte wie Birkenstock, Esprit, Nike, etc die überall auf der Welt zu finden sind. Nach einem koreanischen Hotpot gings ins eigene Zimmer 🙂 Was wir wieder für ein Glück haben. Der nächste Tag wurde am Pool, im Fitnessstudio und zum Abend gemeinsam mit anderen Bekannten in einem chinesischen Lokal verbracht. 


Obwohl wir eigentlich weiterradeln wollten ließen wir uns von Daniel überreden und  fuhren gemeinsam mit ihm zum Desaru Strand an der Ostküste. Auf dem Weg kauften wir Jackfruit direkt von der Fruchtfarm und ließen es uns am Strand schmecken, ließen Drachen fliegen, kühlten uns im Meer ab und schmausten leckere Früchte. Danach lud uns Daniel auf ein Eis in einem fancy Resort und ein Abendessen in einer anderen Mall ein. Malaysia erscheint uns wie ein perfektes Reiseland zum entspannen. Und dann war es Zeit wirklich „Auf Wiedersehen“ zu sagen und wieder auf eigenen Beinen zu stehen, was im ersten Moment gar nicht so einfach war, selbst für den Weg verantwortlich zu sein 😉 

Aber die Strasse ruft und schnell kam das Glücksgefühl zurück, mit dem Rad den Weg zu bereisen und nach unserer Lust&Laune anzuhalten, Leckereien zu essen und die Momente zu genießen. Es warteten 140 km bis zu einer Hafenstadt (Mersing) auf uns, von der aus wir am nächsten Tag nach Pulau Tiomann übersetzen wollten. Anders als von vielen behauptet sind die Malaysier recht entspannte Autofahrer. Sie fahren zwar schnell aber auf Abstand und das aller schönste, sie hupen nicht andauernd. Die Hupe wird lediglich zur Ermunterung oder als Anfeuerung benutzt. Die Straße war wunderschön. Leicht hügelig da wir durch das Inland  fuhren, vorbei an unzähligen Palmöl Plantagen, um unseren Bedarf für Kosmetika und Süßigkeiten zu decken, bereits gerodeten Flächen, aber auch wunderschönen dichten Tropenwäldern aus denen uns stetig Affen begrüßten. Als der Himmel sich plötzlich verdunkelte realisierten wir wieso die Wälder so schön dicht und grün sind. Nicht nur die Sonne, sondern auch viel Wasser wird benötigt. So fuhren wir etwas durch den Regen bis es anfing so stark zu regnen, dass die Straßen für uns aufgrund von Aquaplaning nicht mehr sicher zu befahren waren und die Regentropfen auf der Haut schmerzten. Wir suchten Unterschlupf am Straßenrand in einer provisorischen Arbeiter Hütte (aufgespannte Plane). Nach einem erneuten Versuch hielten wir aufgrund der zu extremen und beängstigenden Blitze und der den ganzen Körper durchschuettelnden Donner neben einer Palmöl Fabrik an. Super interessant wie das Rohmaterial von Palmöl aussieht. Besonders haben uns die Stopps an einigen Restaurants gefallen um die neuen Speisen und Getränke zu erschmecken. Angebratender Reis mit etwas Gemüse, ein Roti (Mehlfladen) und einen leckeren Tee mit Kondensmilch. Ein vielfältiger Radtag 🙂 Da wir mal wieder später als geplant losgekommen sind, fuhren wir in die Dunkelheit hinein. 

Ab Mersing machten wir uns mit Sack und Pack und natürlich unseren Drahteseln auf den Weg auf die Insel Tiomann. Dort angekommen genossen wir es mal wieder unsere Räder dabei zu haben. Zwar gab es nur kleine Wege aber für Räder gut zu befahren. Wir fanden eine Unterkunft wo wir unser Zelt für einen winzigen Obolus aufstellen konnten und genossen die nächsten Tage unseren Hängematten Platz direkt am Strand. Wir verbrachten die Zeit mit zahlreichen Schnorchel Einheiten, bei der wir einige kleine Rochen und auch einen beängstigend großen gesehen haben. Nach langer Suche fanden wir endlich die langersehnte Suppenschildkröte, die sich beim Grasen nicht stören ließ und dann sich in voller Pracht vor uns präsentierte. Auch beim tauchen sahen wir eine Schildkröte und sogar 2 Haie 🙂  Bei einer Dschungel Durchquerung, um die Ostseite der Insel zu erkunden trafen wir auf viele Affen, Warane und einem Skorpion, der uns einen ordentlichen Schrecken eingejagt hat. Glücklicherweise schleppen wir seit 5 Monaten unsere dicken Wander boots mit uns herum und konnten sie dort gut gebrauchen. Die Ostküste war auch wunderschön aber uns gefiel eher unsere entspannte Oase auf der Westseite. Auf der Insel legen viele Schildkröten ihre Eier ab und deshalb besuchten wir eine Hilfsorganisation, die den Schildkröten bei der Eiablage hilft bzw die Eier noch einmal ausgräbt, um sie sicher wieder einzugraben. Es ist verblüffend wie lange Schildkröten schon existieren und wie schnell wir Menschen durch unser Einwirken eine Spezies, die es Millionen von Jahren gibt, innerhalb kürzester Zeit fast ausrotten können. Abgesehen von den direkten Einwirkungen, wie dem Fang, das Zerstören der Küsten (ihrer Nestablage) oder dem Behindern beim Eier ablegen, sterben unzählige Schildkröten an dem Plastikmüll in den Meeren. Ihre Hauptnahrungsquelle ist die Qualle, die der herumtreibenden Plastiktüte ähnelt. Schlussendlich stirbt sie, weil sie zu viel Plastik im Magen hat, der nie verdaut werden kann. Soll nicht heißen das Plastik an sich schlecht ist, es hat viele tolle Eigenschaften, dennoch sollte es nicht im Meer landen und das geschieht nur weil zu viel produziert wird, da wir uns keine Gedanken über den „Konsum“ von Plastik machen. Hipster-jutebeutel hin oder her, besser als eine billige Plastiktüte. Aber jetzt reicht es erstmal mit dem Öko-Zeigefinger 🙂
Die Insel tat uns richtig gut um abzuschalten und etwas Ruhe zu tanken. 


Zurück am Festland warteten einige lange Radtage auf uns. Es war echt schön mal mehr Kilometer zu radeln und das sogar auf ebener Fläche, im Gegensatz zu den zahlreichen ueberradelten Gebirgen. Auf den Etappen gab es leckere und günstige Restaurants mit super freundlichen Menschen, mit denen man in den Pausen plauschen konnte. Nicht zu vergessen die köstlich frischen Mango-, Wassermelonen- und Zuckerrohrsäfte, die unsere Pausen versüßten. Oder die wir in unserer heiß geliebten Thermosflasche aus Laos kühlten, anders als in den tibetischen Höhen, wo wir heißen Ingwertee transportierten. Sonst bot die Strasse uns viele Einblicke in die Wirtschaft Malaysias…Palmöl, Garnelen und Kfz Werkstätten 🙂 da es viel zu heiß zum zelten war (am Strand gibt es wenigstens Wind) schliefen wir in den wenig vorhandenen und folglich für uns etwas teureren Unterkünften (<15 €) die uns aber nach den langen Tagen bei fast 40 Grad gut taten. 

Unterwegs erfuhren wir von einer weiteren kleinen Insel nahe dem Festland und entschieden uns, bevor es wieder in die Berge des Himalayas geht, etwas Sonne, Strand und Ruhe zu tanken. So sind wir nun auf Kapas Island und schwitzen am Strand im Schatten bei einer leichten Briese. Leider ist das Meer „verquallt“ und das Planschen ist somit gerade nicht möglich. Kapas Island ist echt entspannt. Wir haben die Räder am Festland gelassen da es hier keine Autos oder Straßen gibt. Lediglich einige Hotels, Campingplätze und natürlich Restaurants. Da unsere Nahrungsmittelvorraete und unser Benzintank noch voll sind, haben wir am Strand unser Abendessen (kokusgemuese mit Nudeln und frischen scampis) gekocht und gerade unsere Frühstückfladen mit Rosinen und Sesam 🙂 

Wiedersehen und Gastfreundschaft

Ein sehr entwickeltes, teures und mit Wolkenkratzern voll gepflastertes winziges Land, indem die Straßen blitzeblank sind und keiner irgendetwas verbotenes machen kann, da die Strafen zu hoch sind. So die Vorstellung. 

Angekommen am Flughafen nach einer sehr kurzen Nacht im Flieger präparierten wir unsere Drahtesel und machten uns ohne auf die Vorwarnungen von einer Bekannten zu achten auf die Straßen vom Flughafen in die City. Die ersten 3 km waren super, gute Straßen, zwar viel Verkehr aber OK. Auf einmal sehen wir das Autobahnschild und entschieden kurzer Hand von der Strasse abzufahren, da wir bedenken wegen der hohen Strafen hatten und das Fahren auf der Autobahn strengstens verboten ist. Da es kein Weg zurück und kein Weg nach vorn gab, mussten wir wohl oder übel zu der Polizestation in der nächsten und einzigen Seitenstraße. Dort wurden wir erstaunt und erquickt von zwei jungen Beamten empfangen. Wir erzählten ihnen von unsere frühmorgendlichen Radeltour und von ihnen kam nur ein….“da habt ihr aber Glück gehabt das ihr überhaupt soweit gekommen seit und nicht schon von unseren Kollegen aufgehalten wurdet.“ Sie sagten uns, dass die Strafe hoch und die Räder vorerst beschlagnahmt worden wären, hätte uns eine der angeblich vielen Streifen auf der Flughafenstrasse erwischt. Naja letztlich wurde uns nahegelegt nicht weiter oder zurück zufahren, da sie uns sonst verhaften müssten. Den Bus kann man wohl auch nicht mit normalen Rädern nutzen und ein Taxi ist zu klein….Fazit: Wir sind bei der Polizei gefangen ohne verhaftet worden zu sein 😉 kein raus kommen 😦

Der Polizist rief einen Bekannten von uns an (Onkel Raymond) und erläuterte ihm unsere Situation und legte ihm nahe, einen Van zu organisieren um uns abzuholen. Nach kurzer Zeit saßen wir in einem klimatisierten Auto von Daniel und Raymond fuhr im Van mit den Rädern in die Innenstadt. Mal wieder alles gut gegangen. Wir brachten alles in unsere Wohnung für die nächsten anderthalb Wochen, die uns von Jeans Schwester bereitgestellt wurde, da sie in Australien wohnt und gingen mit knurrenden  Mägen zum ersten Hawker center. Man kann sich so eine ueberdachte Fressmeile so vorstellen wie die Ansammlung von Essenständen in Shopping malls in Deutschland. Die Preise der Mahlzeiten sind spektakulär günstig für Singapur und Deutschland und sind aufgrund der Vielfalt (chinesisch, indisch, malay, …) fanatisch, da jeder etwas für sich findet. 
In der Mühle der Gastfreundschaft angekommen wurden wir oft per Rad (es gibt super ausgebaute Park-connector) oder auch per Metro, Bus oder in den Privatautos durch ganz Singapur gebracht und konnten so unzählige wunderschöne Stellen erkunden. Neben einigen Touristenattraktionen, haben wir per Rad viele Bekannte besucht, die wir in Laos bei der Dchulrenovierung kennengelernt haben und haben so erleben können, wie die Singapurianer leben. Ob im großen Haus, kleiner Wohnung oder luxuriöser Wohnung, wo wir den Pool und das Dampfbad genossen haben, alles war dabei. Und das beste immer waren Hawker center auf dem Weg 🙂

Unsere Freunde aus Laos haben sich sehr liebevoll und toll um uns gekümmert, dass die Zeit so schnell vorüber ging ohne das man es mitbekommen hat. Wir haben unsere Vorstellungen, die von anderen Reisenden geprägt waren, schnell über den Haufen geworfen und haben mal wieder gesehen, dass man sich ein eigenes Bild machen sollte. Singapur hat super saubere und fancy Regionen mit Wolkenkratzern und unbezahlbarem Essen aber genauso einfache Wohnsiedlungen, die etwas schmuddelig aussehen. Singapur ist sehr dicht bebaut, aber genauso wurde darauf geachtet, dass es viele Grünflächen gibt und diese sind zum Teil atemberaubend, da sie geschützt wurden und das Singapur von früher darstellen  Dichte Tropen Wälder 5 Minuten von der Innenstadt entfernt, wo gibt es das sonst noch? Ein Beispiel für einen Kontrast von kontrollierter Entwicklung sind die Inseln Sentosa und Palau Ubin. Sentosa als riesen Vergnügungsparkinsel mit Wasserparks, Golfplätzen und Resorts gegenüber Palau Ubin, einer Insel wie Singapur vor einigen Jahrzehnten, dicht bewaldet und als Haupteinnahmequelle die Fischerei. Verrückt und faszinierend. Wir hatten es nicht gedacht, aber es hat sich total gelohnt Zeit in Singapur zu verbringen. 


Danke an unsere tollen Gastgeber, die uns die Zeit mit tollen Erlebnissen gefüllt und daraus schöne Erfahrungen gemacht haben.
An unserem letzten Abend haben wir uns auf unsere Weise bedankt und mit für uns typischen selbstgemachten Speisen wie Kartoffel-, Nudelsalat, Brot , Guacamole, Rosinenbrötchen aus der Grundschulzeit und Kräuterbutter. Auch wurden super leckere Spezialitäten mitgebracht.  Wir hatten alle einen schönen Abend und waren erstaunt das so viele nette Menschen Zeit fanden, um einen tollen gemeinsamen Abend zu verbringen. 
DANKE !!!